Sangerhausen: Vierjährige nach Stromschlag an Waschanlage in Klinik

22.06.2012 19:13 Uhr | Aktualisiert 25.06.2012 11:26 Uhr
Drucken per Mail
Staubsauger an Tankstelle

Der defekte und gesperrte Staubsauger an einer Tankstelle in Sangerhausen. (FOTO: RALF KANDEL)

Von Frank Schedwill
Ein vierjähriges Mädchen ist am Freitagabend auf dem Gelände einer Autowaschanlage an der Straße Kupferhütte in Sangerhausen offenbar durch eine Stromschlag verletzt worden.
SANGERHAUSEN/MZ. 

Auf den Gehäusen kleben Polizeisiegel, die Schläuche sind abmontiert. Die Polizei hat nach einem Stromunfall am Freitagabend zwei der Münzstaubsauger auf dem Gelände der Autowaschanlage an der Kupferhütte in Sangerhausen gesperrt. Ein vierjähriges Mädchen hatte an den Geräten aus noch unbekannter Ursache einen Stromschlag erlitten. Das Landesamt für Verbraucherschutz will laut Polizei den Fall am Montag untersuchen und nach der Ursache forschen. Das verletzte Mädchen wird unterdessen weiter im Krankenhaus behandelt.

Kind erstarrt plötzlich

Das Unglück hatte sich kurz vor 18 Uhr ereignet, als die Familie ihr Auto aussaugen wollte. Das Mädchen sei dabei zwischen den zwei Staubsaugeranlagen hindurch gelaufen, die etwa 40 Zentimeter auseinander stehen. Als sie die beiden Gehäuse aus Edelstahl gleichzeitig berührte, erstarrte die Vierjährige. "Der 21-jährige Freund der Mutter bemerkte dies und stieß das Kind weg. Auch er bekam dabei einen Stromschlag", schilderte ein Polizeisprecher am Sonntag das dramatische Geschehen. Das Kind sei kurzzeitig bewusstlos gewesen und habe eine Rötung an der rechten Hand aufgewiesen, laut Polizei vermutlich die sogenannte Stromaustrittsmarke. Über die Rettungsleitstelle war nach dem Vorfall ein Rettungshubschrauber angefordert worden und auch bereits gestartet. Die Mutter (23) brachte das Kind aber selbst ins nur wenige Kilometer entfernte Krankenhaus in Sangerhausen. Dort wurde es stationär zur Beobachtung aufgenommen. Auch der Freund der Mutter musste kurzzeitig ambulant behandelt werden. Zum genauen Gesundheitszustand des Kindes waren am Sonntag keine näheren Informationen zu bekommen. Die Polizei geht aber bisher von leichten Verletzungen aus.

Anlagen regelmäßig geprüft

Gegen den Betreiber der Waschanlage läuft nun ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung. Er kann sich die Sache nach eigenen Angaben selbst nicht erklären. "Die Anlagen werden von mir zweimal wöchentlich überprüft", sagt Waschanlagenbetreiber Ronald Voigt am Sonntag. Sie seien auch am Freitag die gesamte Zeit über in Betrieb gewesen, ohne irgendwelche Probleme zu machen. Außerdem würden sie in regelmäßigen Abständen auf ihre elektrische Sicherheit getestet. Dies geschehe alle ein bis zwei Jahre, sagte Voigt.

Das Landesamt für Verbraucherschutz in Halle lehnte am Sonntag gegenüber der MZ jede Stellungnahme zu dem Vorfall ab. Bei der Telefonbereitschaft der Behörde hieß es lediglich: "Rufen Sie am Montag wieder an."