Die evangelische Kirche St. Trinitatis in Hedersleben braucht dringend eine Dachsanierung. Es regnet bereits durch. (FOTO: HOLGER HADINGA)
Die evangelische Kirche St. Trinitatis in Hedersleben ist in die Jahre gekommen. Sorgenkind ist vor allem das Dach. "Hier haben die Statiker große Probleme festgestellt. Man kann das Einsacken des Daches auf Dauer nicht ausschließen. Wenn die Gefahr größer wird, könnte die Kirche sogar geschlossen werden", sagte Uwe-Karsten Bothe, beratender Ingenieur beim Wernigeröder Architektenbüro Planungsring, der MZ. Er wurde von der evangelischen Gemeinde um Unterstützung gebeten. Weiter meinte Bothe etwas betrübt: "Leider fließen die Fördermittel nicht mehr so."
Pfarrerin Gudrun Schlegel lud den Ingenieur kürzlich ins evangelische Gemeindehaus nach Hedersleben ein, um den aktuellen Stand der Vorbereitungen zu erfahren. Auch zahlreiche Gemeindemitglieder kamen an diesem Abend zur Veranstaltung.
"Es ist eine Freude, an fast 300 Jahren Geschichte zu arbeiten. Seit fünf Jahren sind wir nun dabei, Anträge zu stellen und Geld für die Sanierung zu sammeln", sagte Schlegel. Bisher kamen rund 15 000 Euro an Spenden sowie 2 000 Euro aus dem Bastelkreis zusammen. "Es ist auch schon etwas geschehen. Es wurden Bäume gefällt, damit die Kirche freier steht. Nun können wir den Baubeginn in Augenschein nehmen. Der gesamte Bau wird sicher über mehrere Jahre gehen", so die Pfarrerin.
Bothe sagte, dass es bereits im Jahr 2007 mit der Baugrunduntersuchung ein kleines Sanierungskonzept gab. Die dringliche Maßnahme sei nun die Dachsanierung. Ab 2008 wurden schon Förderanträge gestellt. Dabei seien Gelder in Höhe von 39 000 Euro von der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt, 5 000 Euro von der Kreis-sparkassenstiftung und 21 000 Euro vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Mitte (ALFF) in Halberstadt in Aussicht gestellt worden. Wichtig dabei aus Sicht von Uwe-Karsten Bothe: "Man muss zum Beispiel in eine Prioritätenliste aufgenommen werden. Es ist mit dem Geld eine schwierige Geschichte." Die Kommunikation mit den ALFF-Mitarbeitern bezeichnete der Ingenieur als sehr positiv.
Als aus der Gesprächsrunde die Kostenfrage gestellt wurde, schätze Bothe insgesamt rund 300 000 Euro. Zuerst seien etwa 180 000 Euro notwendig, da das Kirchendach in drei Abschnitten saniert werden soll. Zuerst soll der Mittelteil an die Reihe kommen, da hier die größten Schäden zu verzeichnen sind und das Dach am meisten eingesackt ist. "Es regnet sogar schon durch", bemerkte ein Versammlungsteilnehmer.
Der Wernigeröder Bauexperte sagte weiter, dass der Dachstuhl für die Ziegel mittlerweile zu schwach sei. Zwischen die alten Sparren sollen neue kommen. "Die Dachziegel halten das Wasser nicht mehr ab, sondern nehmen es auf", sagte er. Denn zu DDR-Zeiten wurden anstatt Tonziegel, Ziegel aus Beton verwendet, die nun verschlissen sind. "Der Ziegel ist am Ende", so Bothes Fazit, was jedoch nicht heißen soll, dass nur die Ziegel am schlechten Gesamtzustand des Daches schuld seien. Denn unter anderem ist der Dachstuhl im unteren Bereich weggefault.
Wenn der Fördermittelbescheid vorliegt, kann im Prinzip mit dem ersten Teil der Sanierung begonnen werden. Als Bauzeit schätzt Bothe zwischen fünf und sechs Monate. Bis dahin will die evangelische Gemeinde noch weitere Spenden sammeln - und hat mittlerweile einen Freundeskreis dafür gegründet.