Sanierung: Maßarbeit am Markt

22.05.2012 18:57 Uhr | Aktualisiert 22.05.2012 19:04 Uhr
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Neue Brücke

Die Bauleute lieferten ein Meisterstück ab. Die neue Brücke wurde millimetergenau montiert. (FOTO: M.SCHUMANN)

Von FRANK SCHEDWILL
Eine neue Fußgängerbrücke verbindet seit Dienstag die Stadtmauer in Sangerhausen. Im historischen Zentrum der Kreisstadt wurde damit eine Wunde geschlossen. Die Brücke wird aber erst in vier Wochen begehbar sein.
SANGERHAUSEN/MZ. 

Um 13.50 Uhr war es geschafft: Nach fast einstündiger Arbeit setzte Kranführer Otto Turzer (61) Dienstagmittag die neue Brücke am Sangerhäuser Markt millimetergenau auf die Stadtmauer auf. Im historischen Zentrum der Kreisstadt wurde damit eine Wunde geschlossen.

Zu den vielen Zaungästen, die die spektakulären Arbeiten beobachteten, gehörte der 76-jährige Konrad Cyris. Trotz Hitze von 30 Grad Celsius war der Rentner mit seiner Videokamera zur Baustelle gekommen. Damit hielt er die Montage der knapp 14 Meter langen und 5,6 Tonnen schweren Bogenbrücke im Bild fest. Zu Hause will er sich die Aufnahmen in Ruhe auf seinem Flachbildfernseher ansehen. "Lange hat es ja bis zu diesem Moment gedauert", meinte er. Schließlich ist die Lücke in der Mauer bereits in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstanden.

Damals sollte an der Südseite des Marktes ein Parkhaus gebaut werden. Die Pläne zerschlugen sich später, die Lücke blieb - zum Ärger vieler Sangerhäuser. Zuletzt hatte ein gefundener Gewölbekeller, die Arbeiten erneut um Monaten verschoben. Da die Standsicherheit der Mauer gefährdet war, musste der Keller erst aufwendig verfüllt werden. Der Unmut war nach der Maßarbeit am Dienstag auf der Baustelle aber schnell vergessen, obwohl sich die Sangerhäuser weiter gedulden müssen, bevor sie die neue insgesamt 273 000 Euro teure Brücke endgültig in Besitz nehmen können.

Nach Angaben der zuständigen Firma wird das Bauwerk erst in etwa vier Wochen begehbar sein. Bis dahin müsse unter anderem der Boden der Brücke mit Bohlen belegt werden. "Außerdem kommen an die Seiten des Bauwerks noch Schutzgitter", sagte der 31-jährige Torsten Halfpap, dessen Ederslebener Firma die Brücke gebaut hat. Auch die neue Wendeltreppe, die künftig den Parkplatz am Markt mit der neuen Brücke verbindet, wird erst in der kommenden Woche montiert.

Ist alles fertig, bekommen die Kreisstädter aber ein malerisches Stück Altstadt zurück. Denn mit der Brücke wird der einst beliebte Spazierweg Hinter dem Harz wieder durchgängig nutzbar. Die meterhohen Mauern der mittelalterliche Stadtbefestigung können dann wieder direkt besichtigt werden.