Solarkraftwerk: Blitzstart im Tagebau

10.05.2012 18:55 Uhr | Aktualisiert 10.05.2012 19:50 Uhr
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Solaranlage

Am Donnerstag wurde die Solaranlage auf dem ehemaligem Tagebaugelände in Amsdorf eingeweiht. (FOTO: JÜRGEN LUKASCHEK)

Von Daniela Kainz
Das Solarkraftwerk in Amsdorf hat seinen Betrieb aufgenommen. Nach nur sieben Wochen Bauzeit wurde die Anlage am Donnerstag eingeweiht. Sie deckt den jährlichen Energiebedarf von rund 9 000 Haushalten.
Amsdorf/MZ. 

Ein kurzer Knopfdruck, einige Sekunden gespanntes Warten, dann war das angekündigte Geräusch auch schon zu hören: Das 28-Megawatt-Solarkraftwerk im Gero-Solarpark auf ehemaligem Tagebaugelände in Amsdorf hat seinen Betrieb aufgenommen. Ein Blitzstart war die Einweihung am Donnerstag auch in baulicher Hinsicht. Nach nur sieben Wochen Bauzeit liefert einer der größten Solarparks in Deutschland seinen ersten Strom.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sprach von einem symbolischen Zeichen. "Eine Region schreibt ihre eigene Geschichte", meinte er in Anbetracht der am Donnerstag stattgefundenen Bundesratssitzung, in der es um die geplante Kürzung der Solarförderung gehen sollte. Haseloff wiederholte, dass das Land Sachsen-Anhalt das Gesetz zur Kürzung ablehnen wird und den Vermittlungsausschuss anrufen will.

Die Nachricht über die Kürzungspläne hatte auch die Initiatoren des Solarparkprojektes - die Getec Green Energy AG (Magdeburg) und den Romonta-Unternehmensverbund sowie Q-Cells (Bitterfeld-Wolfen) als Zulieferer der Solarzellen - während der Realisierungsphase der 50-Millionen-Euro-Investition überrascht. "Wir haben bewiesen, dass wir auch in einem unruhigen Umfeld anspruchsvolle Projekte in kürzester Frist realisieren können", meinte Getec-Vorstandssprecher Chris Döhring. Mit Hilfe vom Land und Kreis konnte ein Bestandsschutz vereinbart werden.

Auf 55 Hektar früheren Tagebauflächen und Abraumhalden sind seit dem ersten Spatenstich im März dieses Jahres insgesamt 120 000 Solarmodule auf mehr als 2 540 Modultischen montiert worden. Im Vorfeld mussten so genannte Rammpfosten bis zu vier Meter tief in den Erde gebracht werden: rund 18 000 an der Zahl. Das Photovoltaik-Kraftwerk kann den jährlichen Energiebedarf von rund 9 000 Haushalten decken.

Für Uwe Stieberitz, Vorstand des Romonta-Unternehmensverbundes, ist der Solarpark ein weiterer Baustein "unserer langfristigen Energiekonzeption". Die elektrische Erzeugungsleistung am Standort Amsdorf beträgt ihm zufolge mittlerweile 120 Megawatt, davon 75 Megawatt aus Erneuerbaren Energien. "Meiner Kenntnis nach gibt es kein vergleichbares Bergbauunternehmen in Deutschland, das sich so konsequent mit nachhaltiger Energieerzeugung beschäftigt. Viele reden von Energiewende, wir machen sie", meinte er.

"Schwer beeindruckt vom vorgelegten Tempo" der Investoren zeigte sich Landrat Dirk Schatz (CDU). Er hofft, dass auch nach der geplanten Gesetzesänderung noch Solarparks in der Größenordnung von Amsdorf möglich sein werden.