Der Besucheransturm in den Freibädern Sachsen-Anhalts ist ausgeblieben. Nach einer mäßigen Bilanz im Vorjahr sieht es heuer noch dürftiger aus. Leere Becken und Umsatzeinbrüche sind vielerorts zu beklagen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Letzte Hoffnung setzen die Badeanstalten nun in den August. Mit hohen Temperaturen und viel Sonnenschein kann er die Saison noch retten.
„Die Saison ist sehr durchwachsen“, sagte die Sprecherin des Oberbürgermeisters der Stadt Magdeburg, Cornelia Poenicke. Gerade einmal 88 000 Besucher seien von Mai bis Juli in den Strand- und Freibädern der Landeshauptstadt gezählt worden. Damit sei die magere Bilanz des Vorjahreszeitraumes von gut 92 000 noch unterboten worden. Dabei hätte die Stadt vor Beginn der Saison rund 129 000 Euro in Pflege und Reparatur der Bäder investiert. Hoffnung bestünde noch, da erfahrungsgemäß der große Ansturm nach der ersten Urlaubswelle im August käme.
„Die Besucherzahlen sind mäßig“, sagte Matthias Merker vom Heidebad in Nietleben bei Halle. Der Umsatz sei deutlich geringer als im Vorjahr. Trotzdem ist Merker optimistisch. „Durch unser Angebot wie dem Kletterwald kommen trotzdem Besucher“, sagte er. Zudem zählen Hortgruppen, Schulklassen und Firmen, die sich lange im Vorfeld für Feste im Bad angemeldet haben, zu den fest eingerechneten Gästen.
Weggebrochen ist auch der Umsatz im Stadtbad Sangerhausen. „Momentan sind die Besucherzahlen weit im Keller“, sagte Nico Scherbe, Geschäftsführer der Sangerhauser Bädergesellschaft. „Wir brauchen sehr, sehr heißes Sommerwetter, damit der August die Saison noch halbwegs retten kann“, sagte er. Die regulären Öffnungszeiten behalte das Stadtbad dennoch bei. „Sobald Sonne kommt, kommen auch die Leute.“
Einziger Gewinner des schlechten Wetters ist die Altmark Oase in Stendal. Das Spaßbad mit Innen- und Außenbereich lockt Wasserratten auch bei Regen in die überdachten Becken oder ins mit 28 Grad Celsius beheizte Außenbecken. „Unsere Besucherzahlen liegen etwa so wie im Vorjahr, wir sind zufrieden“, freute sich Marcus Schreiber, Geschäftsführer des Bads.