Das Denkmal Martin Luthers in Möhra (Wartburgkreis) ist Startpunkt einer Wanderung entlang des Lutherwegs. (FOTO: DPA)
Auf den Tag genau 491 Jahre nach der Ankunft
Martin Luthers auf der Wartburg ist am Freitag ein weiterer Abschnitt
des Lutherweges in Thüringen eröffnet worden. Vom Luther-Denkmal in
Möhra bei Eisenach wanderten die Teilnehmer auf historischen Pfaden
über Schweina bis in den Glasbachgrund bei Steinbach. Dort war am 4.
Mai 1521 der mit Reichsacht und Kirchenbann belegte Reformator zum
Schein von Männern des sächsischen Kurfürsten Friedrich überfallen
und auf die Wartburg gebracht worden. Begleitet wurden die Wanderer
auf ihrer 15 Kilometer langen Strecke von der Theatergruppe
Renaissance Men, die die inszenierte Entführung in dem Stück
«Lutherfahrt» symbolisch nachempfand.
Mit einer Festwoche erinnern Eisenach und umliegende Orte an
Luthers Aufenthalt auf der Wartburg, wo er in wenigen Wochen das Neue
Testament ins Deutsche übersetzte. Das Netzwerk Luther-Dekade hat
dazu Konzerte, Vorträge, Ausstellungen, Wanderungen,
Theateraufführungen und Feste vorbereitet.
Auf der Wartburg öffnete am Nachmittag eine Sonderausstellung «Luthers Bilderbiografie». Sie zeigt erstmals seit Jahrzehnten in 18 großen Leinwandbildern chronologisch das Leben Luthers. Weimars Großherzog Carl Alexander hatte die Wandverkleidungen 1872 für drei Wohngemächer auf der Wartburg malen lassen. Die Reformationszimmer waren 1952 zerstört worden, die Bilder blieben erhalten und werden bis Ende März 2013 der Öffentlichkeit präsentiert.
Der Lutherweg soll allein durch Thüringen 850 Kilometer lang werden und bis zum Reformationsjubiläum 21 Orte im Freistaat verbinden, die die mit dem Reformator zu tun haben. Dazu gehören Mühlhausen, Schmalkalden, Tambach-Dietharz, Waltershausen, Arnstadt, Erfurt, aber auch Bad Frankenhausen und Nordhausen. Dort soll sich der Weg bis zum Reformationsjubiläum 2017 mit der 410 Kilometer langen Route im Süden Sachsen-Anhalts verbinden. Geleitet wird der Pilger durch ein stilisiertes L.