Unglück auf A9: Schönburg statt Rimini

18.07.2012 09:21 Uhr | Aktualisiert 18.07.2012 09:24 Uhr
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Schüler

Entspannen nach dem Schock. Erst werden die Zimmer bezogen, dann geht's mit ausgeliehenen Fahrrädern Richtung Naumburg. (FOTO: MZ)

Von michael heise
Leipziger erleben auf Tour in den Süden Frontalzusammenstoß, bei dem eine Frau ums Leben kommt. Jetzt haben sie Quartier im Tagungsheim.
schönburg. 

In Gedanken ist man schon am Strand von Rimini, die Stimmung entsprechend ausgelassen. Doch die Abschlussfahrt der Montessori-Zehntklässler aus Leipzig Richtung Süden findet Sonntagabend gegen 22.30 ein jähes Ende, als auf der Gegenfahrbahn der A 9 eine 21-Jährige die Gewalt über ihren Pkw verliert, die Leitplanke durchbricht und mit den Reisebus der Leipziger frontal zusammenstößt. Die Frau, so sollte sich wenig später herausstellen, überlebt den Unfall nicht.

Zwei Tage später trifft man die Schüler in Schönburg, wo sie gerade im Evangelischen Tagungsheim ihre Zimmer beziehen. Bis zum Freitag wird das ihr neues Quartier der Abschlussfahrt sein. Was heißt, Schönburg statt Rimini, Naumburg statt Venedig. Lehrer und Direktor haben noch am Montag über die Situation beraten, Kontakt mit der Herberge aufgenommen und Plätze gemietet. Denn, da glücklicherweise keiner der 20 Schüler bei dem Unfall verletzt wurde, sollte es auf jeden Fall eine Reise geben. "Die meisten wollten zwar gleich nach dem Unfall mit einem anderen Bus weiterfahren, andere aber einfach nur raus. Bloß kein Bus, schon gar nicht so viele Stunden lang", erzählt Klassenleiterin Katharina Pilz. Und für Lehrer Rüdiger Bock ist klar, dass psychischer Stress nach dem Geschehenen unverantwortlich ist. "Sollte einer der Schüler das alles doch nicht verkraften, so können seine Eltern schnell hier sein", sagt Bock. Er und Frau Pilz haben vorn im Bus gesessen, und den Aufprall unmittelbar erlebt, die Schüler hinten.

In Schönburg geben sich die Zehntklässler entspannt, fürs erste jedenfalls scheint der Schock vom Sonntagabend verdaut. Nur eine Schülerin hat die Tour abgesagt. Und das neue Reiseziel? "Na ja, am Strand liegen können wir nicht, und es sind keine 32 Grad. Das ist schon blöd. Aber so geht's auch", meint Schülerin Schari Paschold. Für Fabian Zimmer hingegen ist nur eines wichtig: "Dass die Abschlussfahrt überhaupt stattfindet. Alles andere wäre schlimm."

Katharina Pilz und Rüdiger Bock haben sogleich für Dienstagnachmittag den ersten Ausflug arrangiert und Fahrräder von Saale-Unstrut-Tours ausgeliehen. Das Ziel: Naumburg. Und auch am Mittwoch wird's mit einer Schlauchbootfahrt auf der Unstrut nicht langweilig. Am Donnerstag schließlich soll's zum Baden ins "Bulabana" gehen. Das ersetzt zwar nicht den Mittelmeerstrand, aber immerhin.