Ein Matrose verfolgt am 06.09.2006 die feierliche Taufzeremonie der Korvette «Magdeburg». Ob in der Luft, zu Wasser oder auf Schienen - dank Patenschaften reisen die Namen vieler Städte und Regionen Sachsen-Anhalts seit Jahren durch die halbe Welt. (FOTO: DPA)
Mit einem unter Piloten als „Quebec-Foxtrott“ bekannten Airbus hat Halle seit Jahren einen zuverlässigen Botschafter. Allein Anfang Juli legte die Lufthansa-Maschine vom Typ A320-200 Tausende Kilometer zurück, um Passagiere von ihrem Heimatflughafen Frankfurt am Main nach Berlin, Mailand, Moskau oder Riga zu bringen. Auch Züge oder Schiffe werden nach Städten im Land benannt.
Die Händelstadt Halle prangt neben der offiziellen Kennung D-DAIQF auf der Außenhaut des weiß-blauen Fliegers der Lufthansa. Wie andere Städte hatte sich Halle um die Patenschaft beworben und vor fast genau 20 Jahren, am 26. August 1992, den Zuschlag erhalten.
Mittlerweile ist die Saalestadt nicht mehr der einzige Vertreter aus Sachsen-Anhalt am Himmel. „Wir haben noch heute eine längere Liste von Kleinstädten, die sich um eine Patenschaft beworben haben“, sagte Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber. Aktuell bringen zwölf Jets unterschiedlicher Größe ein Stück Sachsen-Anhalt nach ganz Europa, darunter Wittenberg, Köthen und Magdeburg. Das Flaggschiff „Sachsen-Anhalt“ verkehrt interkontinental. Zuletzt steuerte die Boeing 747 Ziele in den Vereinigten Staaten und Indien an.
Bei der Deutschen Bahn rollen seit 2002 Züge mit Städte-Namen aus Sachsen-Anhalt durch die Republik. Wie ein Sprecher mitteilte, spielen bei der Auswahl die historische oder aktuelle Verbundenheit einer Stadt und ihrer Einwohner zur Bahn eine wesentliche Rolle. Neben den drei größten Kommunen Halle, Magdeburg und Dessau sind unter anderem auch Stendal und Bitterfeld-Wolfen mit ihrem Namen und Wappen auf ICE-Zügen verewigt. Im Regionalverkehr können Reisende zudem auf Züge mit Namen bekannter Persönlichkeiten wie Otto von Guericke oder August Herrmann Francke treffen. Kürzlich taufte die Elster-Saale-Bahn einen Regionalzug auf den Namen „Stadt Zeitz“.
Der prominenteste Vertreter Sachsen-Anhalts auf dem Wasser ist die im Jahr 2008 in Dienst gestellte Korvette „Magdeburg“. Wie ein Marinesprecher erklärte, wartet das Boot für bis zu 58 Soldaten jedoch noch auf seinen ersten Einsatz in Küstengewässern. Aktuell werde es nur für Manöverübungen genutzt. Eine Fregatte „Sachsen-Anhalt“ sei in Planung, hieß es.
Zudem ist die „Altmark“ seit vielen Jahren im Wasser unterwegs. Schon zu DDR-Zeiten wurde das Wohnboot ohne Motor von Soldaten als schwimmendes Hotel benutzt, wenn deren Schiff sich gerade zu Reparaturen in einer Werft befand.
Bei der Lufthansa wird „Halle an der Saale“ auch in den kommenden Jahren seine Kondensstreifen am Himmel hinterlassen. „Wenn man einmal eine Patenschaft übernommen hat, verliert man die nie“, erklärte Sprecher Weber zu der kostenfreien Patenschaft. Erreicht ein Flugzeug irgendwann sein Höchstalter, dann werde der Name einfach auf ein anderes übertragen.