Schlachten auf der Baustelle
Das Unternehmen reagierte darauf unter anderem mit der Erweiterung der Kühlanlage. Am 28. Februar nahm Wiesenhof in dem Betrieb die Produktion wieder auf, obwohl noch Bauarbeiten liefen. Kontrolleure stellten erneut Hygienemängel fest, stoppten eine Woche später den Betrieb. Es könne sonst "zu Kontaminationen des Fleisches durch Schmutz und Keime kommen, was bei Konsumenten möglicherweise erhebliche Gesundheitsbeeinträchtigungen hervorrufen kann", hieß es.
Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen. Die Restaurantkette McDonald's verhängte einen befristeten Abnahmestopp für Wiesenhof-Produkte. Andere Kunden wie Edeka und Burger King gaben an, die Vorwürfe gegen Wiesenhof genau geprüft zu haben, stoppten ihre Einkäufe bei dem Geflügelproduzenten aber nicht.
Veterinärabteilung verstärkt
Wiesenhof wies die Vorwürfe zurück und kritisierte die Kontrolleure. Es habe "sachfremde Erwägungen" einzelner Veterinäre gegeben. Der Kreis reagierte und verstärkte seine Veterinärabteilung. Wiesenhof hatte zudem gegen die Stilllegungs-Verfügung des Kreises vom 5. März Widerspruch eingelegt.
Das hallesche Landesverwaltungsamt hat nun die Entscheidung des Landkreises bestätigt: Der Produktionsstopp "war rechtmäßig", teilte die Aufsichtsbehörde mit. Zwischen dem 28. Februar und 5. März produzierte Ware dürfe "im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes" nicht als Lebensmittel verwendet werden. "Es besteht die Möglichkeit, daraus Tierfutter herzustellen", heißt es lapidar. Kritiker hatten bereits vor Wochen die Vernichtung dieser 800 000 Hähnchen gefordert. Die Grünen haben die Vorgänge in Möckern zudem zum Anlass für Anfragen an die Landesregierung genommen.