Siegel der Leopoldina. (FOTO: MZ)
Der Pisa-Bildungsforscher Jürgen Baumert (70) wird mit dem Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Preis geehrt. Die Auszeichnung vergeben der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina. In den vergangenen 20 Jahren sei es Baumert gelungen, die empirische Bildungsforschung als interdisziplinäres Arbeitsfeld mit neuen Methoden und Erkenntnissen zu etablieren, teilten die Institutionen am Montag in Halle mit.
Im Jahr 2000 leitete Baumert, Mitherausgeber der Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, die erste Pisa-Studie. Sie zeigte: Deutsche Schulleistungen waren im weltweiten Vergleich allenfalls unterdurchschnittlich. Die Folge waren zahlreiche Reformbemühungen in der Bildungspolitik mit Blick auf Unterrichtsqualität, Lese- und Schreibförderung, sowie die Integration von Kindern aus zugewanderten Familien.
Baumert arbeitete von 1974 bis 1991 am Max-Planck-Institut (MPI) für Bildungsforschung Berlin. 1991 wurde er Direktor des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften an der Universität Kiel. 1996 kehrte er nach Berlin zurück - als Direktor an das MPI für Bildungsforschung. Dort leitete er bis 2010 den Forschungsbereich Erziehungswissenschaften und Bildungssysteme.
Der Carl-Friedrich-von Weizsäcker-Preis ist mit 50 000 Euro dotiert. Baumert erhält die Auszeichnung am 21. Juni bei einer Festveranstaltung der Leopoldina in Halle anlässlich des 100. Geburtstags des Namensgebers. Der Preis wird an Wissenschaftler oder Forscherteams vergeben, die einen Beitrag zur wissenschaftlichen Bearbeitung gesellschaftlich wichtiger Probleme geleistet haben. Der erste Preisträger war 2009 der Wissenschaftler und Bürgerrechtler Jens Reich. Der Preis wird künftig im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben.