Die NEX-5 von Sony bietet 18 bis 55 Millimeter Brennweite. (FOTO: SONY)
Die Kleinen sind praktisch, aber für ernsthafte Hobbyfotografen immer noch nicht zu gebrauchen. Die Großen dagegen haben alles, was anspruchsvolle Lichtbildner brauchen: Einen großen Chip. Wechselobjektive. Und zahlreiche Möglichkeiten, selbst in die Bildgestaltung einzugreifen. Nur wiegt das entsprechende Equipment eben auch so viel, dass großer Wille dazugehört, es auf längere Wanderungen oder eine Radtour mitzunehmen. Gar nicht zu reden von einem Segeltörn oder einer Paddeltour, schließlich sind elektronische Spiegelreflexkamera plus Wechselobjektive schnell ein paar tausend Euro wert.
Das haben natürlich auch die Kamerahersteller erkannt. Und kurzerhand eine ganz neue Generation von Fotoapparaten erfunden: So genannte Bridge-Kameras sollen die Lücke zwischen Handy- und Hosentaschen-Digicam einerseits und professionellen Geräten mit Wechselobjektiven schließen.
Dazu setzt das Konzept, das Hersteller wie Samsung, Sony, Nikon und Olympus mit Modellen wie der NX200, der NEX, der J1 und der PEN-E verfolgen, auf die besten Bestandteile beider Welten. Das Erbe der Spiegelreflex-Ära zeigt sich in großen Sensorchips, Wechselobjektiven und hohen Pixelwerten. Von den handlichen Kompaktkameras borgen sie sich das überschaubare Format, den Verzicht auf einen umklappenden Spiegel im Inneren und die Fähigkeit, HD-Videos mit einem einzigen Knopfdruck aufzunehmen.
Auf den von gehobenen Kompaktmodellen gewohnten optischen Superzoom, den Olympus, Samsung, Sony und Panasonic im Moment auf die etwa 20-fache Vergrößerung als Standardmaß gebracht haben, muss der Besitzer einer Bridge-Kamera verzichten. Die NEX-5 von Sony bietet mit 18 bis 55 Millimetern Brennweite ein Weit- bis leichtes Teleobjektiv als Standard. Samsung setzt bei seiner NX-Serie sogar ganz auf Festbrennweiten wie die früheren Erfolgskameras etwa von Leica.
Entscheidend seien Bildqualität, hohe Bildschärfe und Lichtstärke, heißt es zur Begründung. Nikon verweist für seine J1 zudem auf den extrem schnellen Autofokus und die hohe Aufnahmegeschwindigkeit. Der Zwerg unter den Brückenbauern schafft Serienbildaufnahmen mit bis zu 60 Bildern in der Sekunde - und das in voller Auflösung. Während die Nikon J1 sich im Design an einer Reisekamera aus den 60er Jahren orientiert, setzt die neue Lumix G5 auf klassisches Spiegelreflex-Feeling. Zwar ist das Nachfolgemodell der erfolgreichen G3 erneut ein Stückchen kompakter geworden. Dank der Grundgestaltung aber wirkt die Kamera immer noch ernsthaft und professionell - im Unterscheid zum Beispiel zur NX200 von Samsung, die nicht weniger kann, aber doch eher stylisch anmutet.
So viel Design um so viel Technik haben ihren Preis. Während die Spitzenmodelle der Kompaktklasse derzeit für rund 320 Euro zu haben sind, werden für die aktuellen Produkte der Generation Brückenbau Preise von jenseits der 500 Euro fällig. Dazu kommen dann noch einmal jeweils 200 bis 400 Euro für entsprechende Wechselobjektive.