NFC-Technologie: So funktioniert das Handy als mobile Geldbörse

04.07.2012 09:45 Uhr | Aktualisiert 04.07.2012 10:16 Uhr
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Mit dem Handy bezahlen

Die Deutsche Telekom und der Kreditkartenanbieter Mastercard arbeiten künftig europaweit beim Bezahlen per Handy zusammen. (Foto: dpa)

Die Deutsche Telekom und Mastercard wollen Nutzern noch 2012 mobiles Bezahlen ermöglichen. Einkaufen soll dann ohne Bargeld oder Plastikkarten funktionieren. Stattdessen fungiert das Handy dann als mobile Geldbörse.
Berlin/dpa. 

Die Deutsche Telekom will in Kooperation mit Mastercard noch in diesem Jahr ein System zum mobilen Bezahlen in Deutschland auf den Markt bringen. Nutzer sollen mit ihrem Handy an weltweit mehr als 33 Millionen Mastercard-Akzeptanzstellen bezahlen können. Die strategische Partnerschaft solle Basis einer europaweiten Zusammenarbeit sein, um das mobile Bezahlen voranzubringen, teilten die Unternehmen mit. In weiteren europäischen Ländern gehe die Bezahlmöglichkeit sukzessive in den nächsten Jahren an den Start.

Das Jahr der mobilen Geldbörse

Noch in diesem Jahr will die Telekom erste SIM-Karten vermarkten, die die Mastercard-Funktion über die Nahfunk-Technologie NFC (Near Field Communications) nutzen. Dabei wird die Transaktion berührungslos von der Handy-Mastercard an ein Terminal übermittelt. Die Verankerung auf der SIM-Karte soll das Bezahlen besonders sicher und für den Kunden transparent machen. Jede Transaktion wird per SMS bestätigt.

Aufbauend auf der Kooperation mit Mastercard will die Telekom im vierten Quartal eine Testphase für eine erweiterte mobile Brieftasche starten, für das erste Halbjahr 2013 sind erste Produkte angekündigt. Das Handy soll damit vollständig zur mobilen Brieftasche werden, mit der der Nutzer auch Bahntickets und Konzertkarten kaufen oder Rabatte einlösen kann. (dpa/dapd)

Wie funktioniert das Bezahlen per Handy?

Die Deutsche Telekom will gemeinsam mit Mastercard das bargeldlose Bezahlen mit dem Handy in Europa etablieren. Wir klären die wichtigsten Fragen zum mobilen Bezahlsystem.

  • Wofür steht eigentlich NFC?
    Der Kommunikationsstandard NFC - kurz für Near Field Communication - sorgt für Anschluss in der digitalen Welt. Dabei geht es nicht um die Verbindung zum Internet, sondern zwischen einzelnen Geräten wie etwa Kassensystemen und Mobilgeräten. Aber stets in unmittelbarer Nähe des Nutzers. So können Kunden mit NFC etwa ihr Handy an eine Kasse oder einen Automaten halten, um ganz ohne klassische Plastikkarten oder Bargeld zu bezahlen. Die NFC-Technik findet sich außerdem zunehmend auch in Verpackungen und den Labels von Kleidungsstücken. Die Chips dienen zum einen der Diebstahlsicherung, beschleunigen aber auch den Bezahlvorgang und sorgen rasch für Übersicht im Warenbestand.
  • Wie funktioniert die Mastercard im Smartphone?
    Bei dem neuen Kreditkartenangebot von Telekom und Mastercard sind alle Kartendaten auf der SIM-Karte des Telefons untergebracht. Als Übertragungsweg nutzt die Lösung die Nahfunktechnik NFC (Near Field Communication). Damit muss das Handy nur an ein NFC-Terminal gehalten werden, um die Transaktionsdaten zu übermitteln. Die Daten werden verschlüsselt übertragen und über die Telekom-Tochter ClickandBuy verwaltet, die eine eigene Banklizenz besitzt.
  • Wann ist die Mastercard über die Telekom verfügbar?
    Die Telekom will ein komplettes Ökosystem für das bargeldlose Bezahlen mit dem Handy in Europa auf den Weg bringen. Die Kooperation mit Mastercard ist dafür ein wichtiger Baustein. Noch in diesem Jahr soll die Mastercard in Deutschland über die Telekom in den Handel kommen. Einen genauen Termin gaben die Partner bislang aber noch nicht bekannt. Für das erste Halbjahr 2013 sind dann weitere Funktionen, etwa das Buchen von Konzerttickets oder Bahnfahrkarten mit Hilfe der mobilen Brieftasche geplant.
  • Kann ich die Mastercard-SIM nutzen, wenn mein Handy kein NFC unterstützt?
    Inzwischen gibt es bereits eine Reihe von Smartphones auch in Deutschland, die die Nahfunktechnologie NFC unterstützt. Für Kunden, deren Gerät NFC nicht unterstützt, will die Telekom eine Lösung zum Nachrüsten anbieten, so dass sich an NFC-Terminals Transaktionen tätigen lassen. Alternativ lässt sich aber auch mit der Plastikkarte bezahlen.
  • Wie sicher ist das mobile Bezahlen?
    Nach Angaben der Telekom bietet die Kreditkartenlösung mit Mastercard direkt auf der SIM-Karte gegenüber anderen Lösungen, die über eine App funktionieren, einen sicheren Übertragungsweg. Anders als bei der normalen Kreditkarte muss der Nutzer das Smartphone beim Bezahlen auch nicht mehr aus der Hand geben - und läuft damit nicht Gefahr, dass die Kartendaten heimlich kopiert werden. Sollte das Handy tatsächlich verloren gehen, gebe es dennoch einige Sicherheitsvorteile gegenüber der normalen Geldbörse, erklärte Telekom-Manager Thomas Kiessling: Der Nutzer müsse nur noch eine einzige Telefonnummer anrufen, um alle Bezahlwege sperren zu lassen.

Auch wenn Bezahlen per Handy als Standard noch nicht auf dem Markt ist, nutzen schon diverse Anbieter das Handy als Zahlungsmittel. Wir zeigen, wo man schon mobil bezahlen kann.