Personalcomputer: 1986 tauchte der erste Computervirus auf

21.04.2011 15:04 Uhr | Aktualisiert 17.09.2012 14:02 Uhr
Vor 25 Jahren infizierte der erste Virus Rechner rund um die Welt. (FOTO: DPA) 
Ein Gehirn machte den Anfang: „Brain“ hieß der erste Computervirus, der 1986 Rechner rund um die Welt infizierte. Zwar war er eher harmlos, aber er gilt bis heute als die Mutter aller Schädlinge. Wir zeigen die schlimmsten Computerviren der letzten Jahrzehnte.
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Halle (Saale)/MZ/DMN. 

Vor 25 Jahren begann ein Siegeszug, auf den Computernutzer gut und gerne verzichten könnten. Der erste Virus machte sich von Pakistan auf, um Computer rund um die Welt zu infizieren. „Brain“ war der Name dieses Programms, das zwei Brüder aus der pakistanischen Metropole Lahore entwickelt hatten.

Ganz harmlos kam dieser erste Virus noch daher, denn er zerstörte nichts und stahl auch keine Userdaten. Er ersetzte einfach nur den systeminternen Namen der Diskette, auf der er sich einnistete, in „(c)Brain“. Viele Nutzer bemerkten den Schädling gar nicht, und für alle Fälle hinterließen die Brüder im Code ihre Adresse und Telefonnummer, damit sich betroffene Benutzer melden konnten.

Die Fachwelt war aber alarmiert, denn es wurde deutlich, wie leicht sich Computer manipulieren ließen und es wurde zu Recht befürchtet, dass der Schädling Nachahmer finden würde. Und dem war auch so: „Brain“ gilt heute als die Mutter aller Viren. Zwar gab es vorher schon Schädlingsprogramme, aber die tummelten sich eher in geschlossenen Netzen von Forschungszentren und Regierungseinrichtungen und hatten keine Auswirkungen auf den Durchschnittsnutzer.

Ein gefährlicher Liebesbrief

Ein Virus, der ein breites Echo in der Öffentlichkeit fand, war der 2000 erscheinende „ILOVEYOU“-Virus. Er verleitete aufgrund seiner schmeichelhaften Betreffzeile massenweise User dazu, einen verseuchten E-Mail Anhang zu öffnen. Der vermeintliche Liebesbrief infizierte und überlastete damit etwa zehn Prozent aller weltweiten Computer. Der Schaden wurde auf rund 5,5 Milliarden Dollar geschätzt.

Heute wird die Szene von unzählingen anonymen Profis beherrscht, die gezielt Schädlings-Programme entwickeln, zum Beispiel zum Ausspähen von Online-Bankdaten. Laut einer Schätzung des FBI ist der über die Virus-Industrie generierte Umsatz mittlerweile grösser als der des Drogengeschäfts.