Heimwerker und Hersteller haben sich simple Lösungen ausgedacht, wie man die Kabel bändigt - oder diese gar als Dekoration verwendet. (FOTO: DPA)
Jeder kennt das Problem: Unter dem Schreibtisch, hinter den TV-Möbeln, neben der Telefonanlage kringeln, knäulen und verknoten sich die Kabel unzähliger Geräte. Und zu allem Überfluss verbrüdert sich dieses Kabelgewirr auch noch mit den nicht auszurottenden Wollmäusen, die unweigerlich dort stranden. Ein unschöner Anblick, den allerdings niemand tatenlos hinnehmen muss. Denn mit einfachen Mitteln lässt sich das Kabelwirrwarr bändigen.
Vom einfachen Kabelbinder bis zur Profibox
Das geht etwa mit einem simplen Kabelbinder. So können zu lange Kabel einfach in Schlaufen zusammengelegt und befestigt oder mehrere Kabel zu einem Strang gebunden werden. Letzteres gelingt auch mit einem Kabelbündel-Schlauch oder einem Kabelrohr aus dem Baumarkt oder Elektrogeschäft. „Anschließend kann man die Kabel einfach in eine Box führen, in der sie dann gut versteckt sind“, sagt die Diplom-Designerin Katharina Semling aus Oldenburg. Solche Kabelboxen kann man kaufen - oder einfach selbst machen.
Semling baut diese aus schlichten Kartons oder Schachteln. In die Schachtel werden zwei Löcher geschnitten, durch welche die Kabel geführt werden und zur Steckdose gelangen. Statt verschlungen unter der Telefonbuchse oder hinter dem Schreibtisch zu liegen, verschwinden die Kabel somit ordentlich verstaut in der Box. Durch den abnehmbaren Deckel ist das Innenleben zudem leicht erreichbar.
Für handwerklich Geschickte hat Maribel Goncalves von der DIY-Academy in Köln Tipps zum Nachmachen: „Man kann zum Beispiel vor eine Wand, an der viele Kabel zusammenkommen, eine Platte aus Holz, Aluminium oder Plexiglas anbringen“, sagt die Heimwerkerin, die 2010 von der DIY-Academy zur „Miss Do-it-yourself“ gekürt wurde. Hinter der doppelten Wand verschwinden die Kabel. Die Spanplatte lässt sich wie ein Bild bemalen, streichen oder tapezieren.
Neben Optik zählt die Sicherheit
Doch das Kabel-Wirrwarrs sollte nicht nur aus optischen Gründen versteckt werden, betont Susanne Woelk, Geschäftsführerin der Aktion Das sichere Haus in Hamburg. „Frei liegende Kabel können zu Stolperfallen werden“, sagt Woelk. Lässt sich zum Beispiel die Telefonbuchse nicht verlegen, aber das Telefon weit entfernt davon stehen, sollte das Kabel so verlegt werden, dass niemand darüber stolpern kann. „Für den Anfang reicht es oft schon, das Telefonkabel unter dem Teppich entlang zu führen“, rät Woelk.
Lebensgefährlich können stromführende Kabel für Halter von Nagetieren und deren Lieblinge werden. Wenn Chinchillas oder Hasen Kabel anknabbern und dabei die stromführenden Kupferfasern freilegen, könne derjenige, der die beschädigte Stelle berührt, einen Stromschlag bekommen, sagt Woelk. Das gelte für Tiere wie für Menschen.