Smartphone: Das geht App

08.06.2012 15:51 Uhr | Aktualisiert 08.06.2012 16:07 Uhr
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Auf den Spuren von iTunes

Google ist mit dem «Play»-Markt auf den Spuren von iTunes. (FOTO: GOOGLE)

Von Steffen Könau
Die neuen Stars der Hightech-Welt sind winzig klein und hochspezialisiert. Die meisten Handy-Applikationen kann der Nutzer sich sogar kostenlos herunterladen.
Halle (Saale)/MZ. 

Sie zeigen die Zeit, das Wetter, erklären den Sternenhimmel, messen den Puls, erkennen Lieder oder zeichnen Wanderstrecken auf. Ganz nebenbei aber markieren die "Apps" genannten Applikationen für Smartphones einen Kulturwandel durch die Hintertür, der so unauffällig hereingebrochen ist, dass ihn kaum einer bemerkt hat.

Apps, zu deutsch Anwendungen, sind winzig klein und hochspezialisiert, sie sind manchmal reine Schnittstellen zu Online-Anwendungen, häufig aber auch mit umfangreichen Funktionen ausgestattete Softwarepakete. Das Erfolgsrezept dabei: Brauchte das Installieren von zusätzlichen Programmen an Desktop-Computern und Laptops seinerzeit zumindest immer Kenntnisse über die Funktionsweise eines Rechners, gilt bei der neuen Generation der winzigen Helfer das simple Motto Aussuchen, Auswählen, Ausführen.

Natürlich gab es dergleichen schon immer. Selbst die frühen Mobiltelefone hatten Anwendungen an Bord, etwa Kalender, Musikplayer oder Telefonbücher. Erst Apple aber schuf seinen Nutzern vor vier Jahren mit dem App-Store die Möglichkeit, selbst weitere Apps auf das eigene Telefon zu laden. Google zog mit seinem Android-Betriebssystem nach und offeriert im eigenen App-Store, der "Google Play" genannt wird, inzwischen 360 000 Anwendungen, Apple kommt auf 585 000. Das Konzept überzeugt: Allein 2011 luden deutsche Anwender eine knappe Milliarde Apps auf ihre Geräte.

Dabei gibt es kaum etwas, was es nicht gibt. Smartphone-Besitzer sind längst nicht mehr darauf angewiesen, allein mit den Fotofunktionen ihres Telefons auszukommen. Mit "Action-Snap", "Lomo", "Pixl-O-Matic" oder "Instagram" lassen sich Fotos verschönern und veröffentlichen. Dasselbe leisten Apps wie Socialcam und Viddy für Freunde des bewegten Bildes. Mit Hilfe von Filtern können kleine - bei Viddy nicht länger als 15 Sekunden - Videosequenzen schick gemacht und auf Soziale Netzwerke wie Facebook oder Youtube hochgeladen werden. Mitmachen ist aber kein Muss. Bei den meisten Apps darf man auch einfach nur zuschauen - etwa bei Googles Sky Map oder Sky View Free für das iPhone, die ihren Nutzern auf dem Handy-Display Sternenkonstellationen, Planetenstellungen oder - Satellite AR kann das - sogar am Himmel vorüberfliegende Satelliten anzeigen. Wer selbst in Bewegung ist, bekommt mit "Meine Tracks" von Google, Route Recorder, Trainandtrack oder Runtastic die Möglichkeit, beim Wandern oder Joggen zurückgelegte Strecken aufzeichnen und auf der Karte detailliert anzeigen zu lassen. Das Progrämmchen "Instant Heart Rate" schafft dann sogar das Kunststück, dem Läufer seinen aktuellen Puls zu verraten, ohne dass es dazu einen extra Brustgurt benötigt. Die Entwickler nutzen als Sensor einfach die Handy-Kamera: Finger für ein paar Sekunden locker draufhalten, schon teilt die App die aktuellen Daten mit. Wer sich einen Account zulegt, kann seine Herzschläge sogar speichern und später immer wieder nachschauen, wann ihm das Herz bis wohin schlug.