"Friedrich Nietzsche war ein Wassermann"

11.05.2012 19:23 Uhr | Aktualisiert 11.05.2012 19:52 Uhr
Drucken per Mail
Sind  Nietzsche auf der Spur: die...

Sind Nietzsche auf der Spur: die niederländische Künstlerin Marjolijn van den Assem und Ralf Eichberg, Leiter des Dokumentationszentrums. (FOTO: T. BIEL)

Von jana kainz
So schnell wie die Saale an ihr vorbei rauscht, so schnell huscht der chinesische Pinsel über das weiße Papier. Mit schwarzer Tusche hält Marjolijn van den Assem jedes Detail in der Nähe und Ferne fest.
naumburg. 

Dafür hat sich die niederländische Malerin ein einsames Plätzchen zwischen dem "Alten Felsenkeller" und Schönburg gesucht. Nach ihrem Tagwerk kehrt sie mit 21 Skizzen unterm Arm zurück ins Naumburger Nietzsche-Dokumentationszentrum (NDZ).

Während dort an den Wänden ihre Ausstellung "Seelenbriefe" hängt, studiert die Künstlerin die Nietzsche-Dokumente. Dafür erhielt sie ein Arbeitsstipendium, das von ihrer Heimatstadt Rotterdam und dem Zentrum für bildende Kunst Rotterdam finanziert wird. So kann sie sich vier Wochen lang dem Philosophen widmen. Dass sie das Stipendium erhielt, liege auch daran, dass "ich dafür bekannt bin, von Nietzsche inspiriert zu sein und das seit mehr als 30 Jahren", sagt Marjolijn van den Assem. Auch Inhalt und Ziel ihrer Arbeit schien der Vergabe-Jury interessant. So möchte sie sich im NDZ die vorhandenen Dokumente, die Krummel-Sammlung anschauen, mit NDZ-Leiter Ralf Eichberg darüber reden, durch Naumburg streifen und arbeiten. "Ich möchte die alten Büchern lesen, und sehen, wie sie sich anfühlen, zusammen mit der Landschaft glaube ich, werde ich etwas finden. Man weiß nie, wohin einen die Spurensuche führt", so die Künstlerin.

Das zentrale Thema ist das Wasser. Nietzsche sei in Schulpforte oft in der Saale geschwommen und von seinem Naumburger Zuhause aus mit seiner Mutter viel zum Schwimmen gegangen. "Nietzsche war ein Wassermann, er liebte das Wasser", erzählt sie. Daher will sie wissen: "Was tut das Wasser, warum hat es ihn inspiriert?"

Für ihre Arbeit in Naumburg bezog sie im der Saale nahen "Alten Felsenkeller" Quartier. "Wenn ich aufwache, sehe ich das Wasser. Die Saale fließt so schnell, sie hat so viele Strömungen und Strudel, ich komme nicht davon los", schwärmt sie. "Zu Hause wird es ein Detail dieser Bilder sein, das zurückkommt und das wird dann mein Thema sein, hoffe ich", sagt Marjolijn van den Assem mit Blick auf die ersten 21 Skizzen.