In das Nietzsche-Dokumentationszentrum floss auch Geld aus dem Konjunkturpaket II. (FOTO: TORSTEN BIEL)
Mit dem sanierten Bildungszentrum in Halle sowie einer energetisch erneuerten Grundschule in Weißenfels waren auch typische Beispiele integriert worden. Etwas "aus der Reihe zu tanzen" schien da die Besichtigung des Nietzsche-Dokumentationszentrums (NDZ) in Naumburg. In den mehrere Millionen Euro teuren Bau waren für die Innenausstattung unter anderem auch 100 096 Euro aus dem K II geflossen. Doch neben dem Hinweis, dass der Bildungsaspekt in dem Neubau eine starke Rolle spiele, erklärte Naumburgs Oberbürgermeister Bernward Küper auch die Impulswirkung für das ganze Stadtviertel.
"Dies hier war ein fast aufgegebenes Quartier, in dem wir jetzt aber realistische Hoffnungen haben, dass es wieder aufblüht", so Küper. Und auch Ralf Eichberg, der Leiter des Dokumentationszentrums, konnte dies bestätigen. "Es gibt ja die Broken-Window-Theorie, die besagt, dass, wenn in einem Viertel erst einmal eine Scheibe eingeworfen ist, noch viele folgen. Das Gleiche gibt es aber auch in positiver Hinsicht." Seit der Errichtung des NDZ habe er beobachten können, wie benachbarte Hauseigentümer in ihre Gebäude investiert haben. OB Küper konnte zudem anfügen, dass das Wohnbauprojekt in der Jakobsgasse auf große Resonanz stoße. "Dort wird gerade fleißig gewerkelt, und fast alle Wohnungen sind bereits vermietet." Eine Resonanz, die laut Küper dafür sorgt, dass ein weiterer Bauabschnitt mit ebenfalls etwa 15 Wohnungen folgen wird.
Bei ihrem Rundgang durch das moderne Gebäude im Weingarten erfuhren die Journalisten von Ralf Eichberg zudem, dass die Katalogisierung der Literatur zum Thema Friedrich Nietzsche gut voranschreite und man hofft, ab Herbst optimale Bedingungen für Wissenschaftler bieten zu können.
Aber auch über die weitere Nutzung des Hauses sprach Eichberg. So über Schulklassen, die von weit her wegen des NDZ nach Naumburg kommen. Aber auch über zwei Paare, die sich in diesem beziehungsweise im nächsten Jahr in dem Neubau trauen lassen wollen. "Friedrich Nietzsche hätte einer solchen freien Trauung sicherlich sehr positiv gegenübergestanden", meinte Eichberg.