Wissensvermittlung zum Jagdreviertag: Jäger Detlev Mayer erläutert die einzelnen Hunderassen und ihre Aufgaben. (FOTO: HANS-DIETER SPECK)
Der Dorfklub hatte zum 2. Reviertag die Jäger und ihre treuen Helfer eingeladen. Und natürlich die Einwohner des Ortes und der Nachbardörfer. Im Dorfgemeinschaftshaus waren Trophäen aufgebaut und Tierpräparate, darunter von Tieren, die bislang nicht in unserer Gegend lebten, wie dem Mink, einem nordamerikanischen Nerz, der aus Pelztierfarmen entlaufen, jetzt, gleich dem Waschbären, auf dem Vormarsch ist. "Der Mink", sagt Jagdpächter Winfried Funke, "ist in unserem Revier aber noch nicht gesichtet worden."
Das Revier Größnitz-Stedten umfasst 600 Hektar mit Damwild, Reh, Schwarzwild und Fasan. Zwei Pächter und drei Jäger mit Begehungsschein und zwei Hunden betreuen dieses wald- und feldreiche Gebiet weidmännisch. Darüber wurde an übersichtlichen Tafeln informiert. Recht lebendig ging es dann draußen bei der Jagdhundeschau zu. Hund und Jäger waren angetreten, Detlev Mayer, Ausbilder für Jagd- und Begleithunde, ordnete die kleinen und großen Vierbeiner nach ihren Einsatzgebieten: Erdhunde, Laufhunde, Apportierhunde, Schweißhunde, Vorstehhunde und Stöberhunde.
Gut ausgebildete Hunde haben im waid- und tierschutzgerechtem Jagen hohen Stellenwert, sind bei der Suche nach angeschossenem oder von Fahrzeugen angefahrenem Wild unverzichtbar. Schöne Tiere waren da zu sehen, kleine Allrounder, wie die flinken Jagdterrier, und ausgesprochene Spezialisten, wie die Bayerischen Gebirgsschweißhunde, schöne schlanke Tiere mit kurzem hellbraunem Fell. Die müssen hier zwar nicht wie in den Alpen Fährten schnuppern, aber auch auf der Finne verstehen die vierbeinigen Schnüffler ihr Handwerk.
Mitunter gab es auch mal einen Spaß. So, wenn Hund und Jäger in ihrer Barttracht übereinstimmen, wie das bei Jens Martin und seinem Deutsch-Drahthaar der Fall ist. Allerdings kann dieser vielseitig einsetzbare Jagdhund etwas, was sein Besitzer nicht kann - unbeschadet durchs Dornengestrüpp kriechen. Davor schützt den Vierbeiner ein drahtartig hartes und dicht anliegendes Fell. Er stöbert Schwarzwild auf und holt zur Entenjagd die Vögel aus dem Wasser.
So hatte Mayer zu jedem Hund etwas zu erzählen, dazwischen bliesen zwei Jäger Jagdsignale auf den Hörnern. Nachdem jedes Tier sein Leckerli bekommen hatte, lud Dorfvereinsvorsitzende Elke Dietrich Jäger und Gäste zum gemütlichen Kaffeetrinken. Dazu hatten die Größnitzer Frauen 14 Sorten Kuchen und Torten gebacken, angesetzt war auch frische Erdbeerbowle. Einfach lecker das Ganze.
Plötzlich ertönte Sirenenalarm, und ein Feuerwehr-Einsatzwagen rollte an. Grund zur Sorge bestand jedoch nicht. Denn: Auf der Dorfstraße brannten nur zwei große Holzschalen. Die löschte die Kinderfeuerwehr aus Balgstädt, elf Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zehn Jahren, die aus dem Löschfahrzeug sprangen, professionell Schläuche entrollten und "Wasser marsch" erprobten. Der Nachmittag gehörte den Kindern. Spielstrecken waren aufgebaut, Tische zum Malen und Basteln aufgestellt. Am Abend fuhr die Grillstation vom Gleinaer "Goldenen Anker" vor. Bei Musik saßen alle noch lange gemütlich beieinander. So kann auch ein kleines Dorf ein schönes Fest gestalten.