Ob Klein-Konstantin später auch mal Karnevalist wird, wer weiß. Er durfte jedenfalls schon mal kräftig Narrenluft schnuppern. (FOTO: MZ)
Mit allem Tamtam, das man sich so vorstellt, wenn die Narren losgelassen, sogar mit einem kleinen Umzug durchs Dorf. Warum der Zinnober, ist klar: Der Vereinskarneval besteht 35 Jahre. Und weil man die Feste feiert, wie sie fallen, haben die Schönburger nicht nur ein großes Zelt auf die Saalewiesen rücken lassen, sondern sich auch gleich noch gute Freunde eingeladen - Narren freilich. Aus Prießnitz, Naumburg, Possenhain, Flemmingen Prittitz und Großjena waren sie angerückt, um nicht nur im Tross durch den Ort zu ziehen, sondern zu zeigen, was sie so drauf haben - mit Ausschnitten aus den eigenen Karnevalsprogrammen. Ob Prießnitzer Männerballett zu fünft vereint in nur vier Strumpfhosen, die "Glocken von Rom" mit zarten Prittitzer Mannen oder Schlagerstar Andrea Berg alias Bernd Martin von der Naumburger Narrenzunft - im Zelt ging ordentlich Post ab. Zuvor hatten die Gäste mit diversen Geschenken ihre Aufwartung bei Schönburgs Karnevalspräsident Frank-Michael Grothe gemacht, der das Motto des Tages unmissverständlich formulierte: "Wir feiern, bis sich die Balken biegen und wollen bis zum Mond hoch fliegen." An Treibstoff sollte es nicht mangeln, denn an der Peripherie des Zeltes wurde ordentlich ausgeschenkt.
Die Gästeliste, die Altpräsident Georg John verlas, kannte neben den befreundeten Karnevalsvereinen aber auch andere Teilnehmer: So den Schönburger Heimatverein als Motor des gesellschaftlichen Lebens im Ort, den Gemischten Chor, die Feuerwehr, den Pfingstverein, das Naturkundehaus, den Kanuclub und selbstverständlich beide Schönburger Kapellen, die Burg- und die Blasmusikanten, die gewohnt routiniert und begeisternd aufspielten. Auf der Bühne zeigte vor allem auch der Nachwuchs des Schönburger Vereinskarnevals, dass er den Großen nicht nachsteht, dazu gehörten unter anderem die "Tanzmäuse", die diesmal einen Waschtag eingelegt hatten und wissen, worauf es ankommt: Nicht nur sauber, sondern rein muss man sein. Gefeiert wurde bis spät in die Nacht mit Tanzmusik und Klamauk und am Sonntagmorgen mit einem Frühschoppen. Karneval im Sommer? Klar doch.