Botschafter mit Stimmen

16.07.2012 17:21 Uhr | Aktualisiert 16.07.2012 17:24 Uhr
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Probe mit Konzentration: Der Naumburger...

Probe mit Konzentration: Der Naumburger Kammerchor bereitet sich auf seine Konzertreise vor, die in den Schwarzwald führt. (FOTO: TORSTEN BIEL)

Von constanze matthes
Vor dem Kofferpacken hieß es üben. Letztmalig vor der Generalprobe in der Klosterkirche Zscheiplitz. Im Speisesaal der Domschule St. Martin hat sich am Sonnabend der Kammerchor Naumburg mit seinem Chorleiter Jan-Martin Drafehn versammelt.
naumburg. 

Neben den Notenblättern liegt auch ein Reiseplan auf den Stühlen. Das Vokalensemble geht ab Freitag auf seine traditionelle mehrtägige Konzertreise.

Nach der Tour gen Norden an die Ostsee 2010 und Frankreich als Ziel im vergangenen Jahr wird nun der Süden Deutschlands besucht. Vier Konzerte im Schwarzwald stehen auf dem Reiseplan: in der Stiftskirche Tübingen, der Klosterkirche St. Aurelius in Calw-Hirsau, in der Johanneskirche Simmersfeld sowie in der Stadtkirche zu Freudenstadt. Auf der Rückreise tritt der Chor zudem im thüringischen Schalkau auf. Die Tour werde langfristig geplant und stelle einen Höhepunkt im Kalender des Chores dar, sagte Jan-Martin Drafehn. Tübingen sei dank einer Einladung des Bach-Chores Station, der vor zwei Jahren in Naumburg gastiert hatte. "Die anderen Auftrittsorte haben sich durch freundschaftliche und familiäre Kontakte ergeben", so Drafehn.

Der Domkantor hat für die Reise das Programm zusammengestellt. Motetten von Heinrich Schütz, Johann Christoph Altnickol sowie Francis Poulenc sind ebenso enthalten wie Johann Theiles "Missa brevis". Hinzu kommen ein Werk des zeitgenössischen norwegischen Komponisten Knut Nystedt sowie "Die Seligpreisungen" von Reinhard Ohse - als Ehrbezeugung für den früheren Chorleiter, wie der Kirchenmusikdirektor erklärte (siehe "Fakten"). Große Herausforderung auf der Reise: die unterschiedliche Akustik in den verschiedenen Kirchen. Eine Probe vor jedem Konzert ist Pflicht. Wenn jedoch Zeit bleibt, erkundet das Ensemble gemeinsam den Landstrich. Auf das Publikum könne man immer setzen. "Die Zuschauer sind sehr interessiert. Wir sehen uns als Botschafter für Naumburg, den Dom und die Region", bemerkte der Chorleiter.

Rund 30 Frauen und Männer im Alter zwischen 15 und über 70 Jahren singen derzeit im Naumburger Kammerchor, der sich der geistlichen Chormusik verschrieben hat. Trotz des hohen musikalischen Anspruches - Probleme mit neuen Stimmen gebe es kaum, so Drafehn, der 2005 die Leitung übernommen hatte. "Das Ensemble hat sich in den vergangenen Jahren sehr entwickelt", schätzt Sänger Peter Ohse ein. Das weit größere Lampenfieber haben die Mitglieder indes vor einem speziellen Konzert: Wenn das Programm der Tour vier Wochen später noch einmal als "Heimspiel" im Dom geboten wird. Denn vor dem bekannten Publikum werden auch neu einstudierte Stücke gesungen. "Wir sind dann gespannt auf die Meinung hiesiger Zuhörer", sagte Ohse.

Das Konzert des Naumburger Kammerchores im Dom am Sonnabend, 25. August, beginnt um 19.30 Uhr.