Burgenlandkreis: Junge Reben auf historischem Boden

15.06.2012 09:03 Uhr | Aktualisiert 11.08.2012 12:44 Uhr
Das Kloster Memleben hat wieder einen eigenen Weinberg. Ein sächsisches Unternehmen betreut das 5 000 Quadratmeter große Areal. (FOTO: STIFTUNG) 
Von CONSTANZE MATTHES
Das Kloster Memleben hat wieder einen eigenen Weinberg. Auf einer Fläche von 5 000 Quadratmetern hat die Stiftung Kloster und Kaiserpfalz Memleben mit Hilfe der Agrargenossenschaft Gleina knapp 1 700 kleine Weißburgunder-Rebstöcke gesetzt.
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Memleben. 

Der Weinberg in Südlage liegt nördlich der Unstrut in Sichtweite zum Kloster und grenzt an den Ziegelrodaer Forst.

Bei der aufgerebten Fläche handelt es sich um einen historischen Weinberg, dessen Nutzung bereits im zehnten Jahrhundert als Klosterweinberg urkundlich belegt werden kann. "Damit wollen wir an eine mehr als tausendjährige Weinbautradition in Memleben anknüpfen, die die Wiege des Weinbaus an Saale und Unstrut war", so Stiftungsvorstand Götz Ulrich.

Neben der Gewinnung eines eigenen Weines soll das Areal in die Museumspädagogik eingebunden werden. "Neben der Arbeit der Mönche innerhalb der Klostermauern können wir künftig auch die Arbeit im Weinberg in das Tagesprogramm der Schulklassen einbinden", erklärte Veronika Rudolph, museumspädagogische Mitarbeiterin. Dabei stehe vor allem die Vermittlung der Tradition des Weinanbaus an Saale und Unstrut unter historischen und praktischen Aspekten im Vordergrund.

Die Firma Weinbau24 aus Dresden unterstützt die Stiftung Kloster und Kaiserpfalz Memleben bei der Bewirtschaftung der Junganlage. "Sie ist quasi ein Kindergarten", sagte Firmenchef Alexander Groh. In den kommenden drei bis vier Jahren achte man darauf, dass die Stämmchen gezogen werden, sie die richtige Höhe bis zum ersten Ertrag erreichen, erklärte Groh. Zudem werden Maßnahmen im Bereich Pflanzenschutz und Bodenbearbeitung gemacht. Das sächsische Unternehmen ist bereits seit zwei Jahren an Saale und Unstrut aktiv, betreut als Dienstleister mehrere hiesige Weinberge, so unter anderem den des Burgenland-Gymnasiums Laucha. Für den Geschäftsführer ist der Weinberg aus zwei verschiedenen Gründen interessant: wegen der Historie des Areals und der Einbindung des Weinberges in die museumspädagogische Arbeit.