Zack, da knallt sie wieder rein in unser Leben, die Wahrheit, auf die niemand gewartet hat: Beförderungen im Job machen auf Dauer nicht glücklich, hat das Institut zur Zukunft der Arbeit festgestellt. Aha. Es ist also so wie mit dem Geld. Das allein macht auch nicht glücklich, aber diese Erfahrung will lieber jeder selbst machen. Schon klar.
Dem Institut zufolge schadet Chef-Sein auf Dauer der seelischen Verfassung. Der eigenen wohlgemerkt, nicht der der Unterstellten. Wer bitte hat denn da wen befragt für diese Erkenntnis? Wahrscheinlich wieder die Besserverdienenden, die es nicht besser verdient haben. Bei mir hat niemand angerufen. Und ich bin Chef. Schon länger als drei Jahre, deswegen kann ich da mitreden. Ich fühle mich wohl, und das, obwohl (oder gerade weil?) ich keinen Dienstwagen fahre, keine Leasingraten für das Reitpferd der Tochter zahlen muss und mir in der Kantine auch niemand das Essen an den Tisch bringt. Also bin ich wahrscheinlich krank, oder nicht normgerecht. Aber es tut nicht weh, das will ich hiermit betonen. Ich bin nicht nervöser geworden und kann auch nichts von den in der Studie erwähnten Unruhezuständen berichten. Möglicherweise bin ich der pflegeleichte Typ Häuptling unter all den Führungsindianern. Zu langweilig für eine spannende Studie.
Oder es ist alles ganz einfach: Es sind all die Indianer neben mir die so pfleglich mit mir umgehen, weil sie um mein inneres Wohl besorgt sind. Das muss es sein! Der Chef soll leiten und nicht leiden. Also mein Dank an all jene, deren Häuptling ich sein darf. Denn eigentlich ist auch der Häuptling am Ende doch nur ein Indianer. Gut so!