Den "blauen Virus" wecken

10.05.2012 08:45 Uhr | Aktualisiert 10.05.2012 08:50 Uhr
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Das THW Naumburg um den Ortsbeauftragten...

Das THW Naumburg um den Ortsbeauftragten Andreas Beuthan (kleines Foto) sucht händeringend neue Mitglieder. (FOTO: TORSTEN BIEL)

Von harald boltze
Der größte Einsatz des Technischen Hilfswerkes (THW) überhaupt war im Jahr 2002 der Kampf gegen das Elbe-Hochwasser. 24 000 Helfer waren dort insgesamt fast zwei Millionen Stunden im Einsatz. Unter ihnen auch der Naumburger Jens Werner.
Naumburg. 

"Vier Wochen am Stück war ich damals dort", sagt er. Doch er sagt auch: "Heute wäre so ein Großeinsatz in der Dimension gar nicht mehr möglich."

Was Werner damit meint: Das THW leidet wie viele andere Vereine unter Mitgliederschwund. "Früher hatte ich 40 Mitglieder, auf die ich stets zählen konnte. Heute sind wir zwar immer noch 33, aber nur auf dem Papier. Viele arbeiten auf Montage und wären im Notfall gar nicht da", erklärt der THW-Ortsbeauftragte Andreas Beuthan.

Man könne von Glück reden, dass 2011 für den Naumburger Ortsverband ein ruhiges Jahr war. Für den Zoll half man, in Zeitz eine Hanfplantage abzubrennen, nach Riestedt (bei Sangerhausen) fuhr man nach dem dortigen Erdrutsch, und natürlich waren die THWler auch im Winterdienst im Einsatz. Zogen dort LKW aus den Gräben oder begleiteten Krankenwagen auf ungeschobenen Straßen. "Und das machen wir alles ehrenamtlich", stellt Beuthan fest. Stets müsse man auf das Verständnis der Arbeitgeber hoffen. Und auch wenn die Firmen die Lohnkosten für die Ausfallstunden vom Bund erhalten, gehe die Bereitschaft, die Mitarbeiter für Einsätze freizustellen, zurück.

Ein weiterer Schlag für das THW stellte zudem die Abschaffung der Wehrpflicht dar. Die Zeiten, als diejenigen, die keine Lust auf Armee oder Zivildienst hatten, sich für mehrere Jahre beim THW verpflichteten, sind vorbei. "Wir brauchen Nachwuchs", sagt Andreas Beuthan. 17 Jugendliche treffen sich momentan jeden zweiten Sonnabend auf dem THW-Gelände zwischen Grochlitzer und Schönburger Straße.

Und dort findet am 9. Juni, 11 bis 17 Uhr, auch der Tag der offenen Tür des hiesigen Ortsverbandes statt. Klar, dass dann Jung und Alt die vielfältige Technik mitsamt der großen, teils schon historischen Rettungsfahrzeuge gezeigt wird. Und vielleicht findet sich ja der ein oder andere Ehrenamtler von morgen, den der "blaue Virus" packt.