Den Fischen ist's viel zu warm

19.08.2012 16:29 Uhr | Aktualisiert 19.08.2012 17:15 Uhr
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Von hans-dieter speck
Bundesjugendangeltag im Naumburger Blütengrund. Da wurde so ein kleiner Steppke schon mal ungeduldig: "Wann beißt denn nun mal einer". Um es gleich vorneweg zu sagen - sie bissen nicht.
naumburg. 

Herrliches Hochsommerwetter lockte zwar viele ins ehemalige Naturschwimmbad, aber die Fische trudelten bei diesen Temperaturen um die 30 Grad träge im Wasser, statt an die Angel zu gehen.

Dafür waren Trophäen ausgestellt, um zu sehen, was sich so alles in den heimischen Gewässern tummelt: Karausche, Giebel, Plötze, Rotfeder, Bleie, Schleie, Güster, den Aal und Hecht nicht zu vergessen. Verschiedene Schuppentiere konnten die Besucher auch lebend in Aquarien bewundern. "Einmal im Jahr veranstalten wir einen Bundesjugendangeltag in einem Bundesland. Das ist Werbung für unseren schönen Sport", sagte Günter Markstein, Präsident des Deutschen Anglerverbandes. Auf Naumburg fiel die Wahl, weil hier gute Jugendarbeit geleistet wird. Von den 500 aktiven Anglern des Angelvereins Naumburg 1924 sind über 40 Jungangler.

Viele Vereinsmitglieder um Maik Schumer und Peter Vulpius hatten gemeinsam mit dem Landesanglerverband Sachsen-Anhalt das großräumige Gelände um den kleinen See zu einem Erlebnispark gestaltet. Ein Blick in die Vielfalt der Natur in unseren Flüssen und Seen gaben Informationsstände der beiden deutschen Anglerverbände, spielerisch konnten sich die Kinder an die Angelei herantasten, Experten zeigten ihre Technik im Raub- und Friedfischangeln. Wie Torsten Waller aus Nünschritz bei Meißen. Um seinen Angelplatz am Wasser drängten sich die Kinder, erfuhren, wie ein Futterkorb gefüllt wird und wie man damit angelt. Verschiedene Futtermischungen und auch lebende Maden hielt er als Lockspeise bereit. Da durfte auch jeder mal selber eine Angel in die Hand nehmen und den Köder auswerfen. Was gar nicht so einfach ist, wie beim Castingsport jeder, der wollte, selbst erleben konnte. Da staunt der Laie - neun Disziplinen mit verschiedenen Wurftechniken gibt es, und der Abstand zu den zu treffenden verschieden großen Scheiben geht von zehn bis 18 Metern. Lukas Schneider (12) aus Hohenmölsen zeigte saubere Linkswürfe. "Die braucht man, wenn beispielsweise unter Bäumen geangelt wird. Da hat man nicht viel Platz für den Wurf", wusste der Jungangler. Aber auch Maximilian (6), der bei seiner Naumburger Oma zu Besuch ist, hatte bald den Bogen raus.

Etwas ganz anderes, das aber mit Uferlandschaften zu tun hat, gab es bei Gerd Hauser vom Anglerverband Weißenfels zu entdecken. Dort wurden Höhlenbrutkästen für Bachstelze, Meise, Amsel gebaut. Die Kinder waren eifrig beim Nageln und Bohren zu beobachten.

Eine besondere Überraschung hatten die Angler auch parat. Die Royal Fishing Kinderhilfe ermöglichte neun Heimkindern aus dem Naumburger Caritas-Heim und dem Awo-Heim in der Kösener Straße den Fischereischein zu erwerben und bezahlt dafür die Kosten für Lehrgang und Prüfung. Der Naumburger Angelverein legte noch eins drauf und übernimmt den Mitgliedsbeitrag für das Jahr 2013. Fazit: Man kann einen Angeltag auch toll gestalten, ohne einen einzigen Fisch zu fangen.