Der Bart ist ab nach Radtour durch Nordost

17.08.2012 17:29 Uhr | Aktualisiert 17.08.2012 19:52 Uhr
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Von helga heilig
Zwei Tage lang hat Friseurmeister Dietmar Görbig seiner Familie und den Freunden einen Anblick geboten, der einmalig ist in seinem fast 63-jährigen Leben. Sein Gesicht zierte ein Monate alter Vollbart.
naumburg. 

Heute muss er weichen, und in Naumburg kann ihn nun wieder jeder erkennen. Ehefrau Johanna ist auch froh, dass sie ihren "alten" Dietmar wieder zurück bekommt. Der Bart war das Mitbringsel von einer außergewöhnlichen, dreieinhalb Monate dauernden Radtour durch den Norden und Osten Europas. Irgendwann in Schweden oder Finnland hatte Dietmar Görbig keine Lust mehr aufs Rasieren. Das Paar ist zwar vor drei Tagen in Naumburg angekommen, aber so richtig hier sind sie noch nicht. Zwei Nächte wurde erst mit der Familie, dann mit Freunden und Bekannten gefeiert und darauf angestoßen, dass die Görbigs ihr neues Abenteuer wohlbehalten überstanden haben.

Täglich waren sie durchschnittlich 70 Kilometer auf zwei Rädern unterwegs. Die trugen sie nach Polen, Russland in die baltischen Staaten, nach Finnland, Norwegen, Schweden, Dänemark und über den Elberadweg wieder zurück. "Das Wegfahren ist einfach, aber so vieles, was es zuvor zu bedenken und zu reglen gibt, braucht seine Zeit", so Dietmar Görbig. Alles in allem sei die Reise gut verlaufen, meinen beide übereinstimmend. Auch wenn das Wetter nicht immer so mitspielte und eine ganz besonders fiese Art von Mücken in Norwegen den Besuch des Nordkaps ins Wasser fielen ließ, schwärmen beide von dieser Tour und ihren Erlebnissen. Ganz außerordentlich beeindruckt haben sie die unzähligen Begegnungen mit den Menschen. "Die Gastfreundlichkeit in den Ost- und Nordländern ist unbeschreiblich", so Görbigs übereinstimmend. Immer wieder wurden sie eingeladen zum Kaffee, zu Abend zu essen oder auch kostenfrei ihr Zelt auf Privatgrund aufzuschlagen. Unterweg haben sich auch etliche Radler getroffen. "Wir waren allerdings diejenigen, die am weitetesten gefahren sind", stellt Dietmar Görbig fest. Er erzählt von unverhofften Treffen - mit Campern aus Altenburg oder einer Schwedin, die ausgerechnet in Naumburg ein Haus besitzt. "Wir hatten das richtige Fahrwetter", meint Dietmar Görbig. Will heißen, dass die beiden die Sonne oft im Stich ließ. "Wenn es trübe war oder regnete, blieb nichts weiter übrig als weiterzufahren", so die Erklärung.