Drachenbauer: Thomas Schindler aus Röblingen am See gehört den Burgenlandkitern an. In Flemmingen zeigte er seine Schöpfungen Marke Eigenbau. Diese entstanden nach einem Workshop, inspiriert durch einen Meister im Drachenbau, den Neuseeländer Robert Brasington. (FOTO: N. HELLFRITZSCH)
Der blaue Maihimmel und Sonne satt hatten die Stimmung von Jens Schütte und seinen Mitstreitern etwas verhagelt. Kaum ein Lüftchen regte sich über Flemmingen. Schlechte Voraussetzungen für die Gruppe der Burgenlandkiter, die eigentlich mit ihren bunten Drachen Farbe und Formen an den Himmel bringen wollten. Spezielle Schöpfungen Marke Eigenbau wie Pinguin, Schildkröte, Krake und Robbe blieben auch am Nachmittag am Boden beziehungsweise im Kofferraum. "Nur die Leichtgewichte aus Kohlefaser schaffen es heute nach oben. Es ist schon ärgerlich", sagte Schütte.
Zumal einige Drachenfreunde einen weiten Weg auf sich genommen und besondere Pläne im Vorfeld geschmiedet hatten, um den Wonnemonat Mai zu begrüßen. Manfred Schwarz aus dem thüringischen Stadtroda wollte nicht nur den Drachen in den Himmel steigen lassen, sondern auch eine an der Schnur befindliche Kamera. Bilder sollten entstehen. "Man ist doch immer auf der Suche nach etwas Neuem", sagte der 53-Jährige über seine Idee. Zwar gehöre er nicht selbst zu der hiesigen Interessengemeinschaft, aber Treffen seien wichtig, so Schwarz: "Wir helfen uns gegenseitig und geben uns Tipps." Denn die Exoten der Drachenfans sind rar gesät und oft weit verstreut. Thomas Schindler wohnt in Röblingen am See. In Flemmingen präsentierte er seine speziellen Drachen mit dem Namen "Guardian". Deren Vorbilder: Werke von Robert Brasington. Der Neuseeländer gilt in der Szene als Drachenbaumeister. Der 40-Jährige durfte den Experten während eines Workshops in Gräfenhainichen jüngst erleben. "Ich empfand einen großen Respekt", bemerkte Schindler. Workshops zählen bei den Burgenlandkitern zu den festen Terminen im Kalender. Zwei eigene fanden in den vergangenen drei Jahren in der Naumburger Jugendherberge statt. Großes wurde da von Männern an Nähmaschinen aus Spinnackernylon gefertigt. 2011 waren es Schildkröten, 2010 Frösche. An die ersten selbst gebauten Drachen erinnert sich nahezu jeder. Zu den traditionellen Höhepunkten gehört zudem die Fahrt auf die dänische Nordseeinsel Fanø zu einem internationalen Drachenfest. Viele Jahre über am Mondsee nahe Hohenmölsen mit eigenem Drachenfest vor Ort, suchen Schütte und seine Mitstreiter nun nach einem neuen Gelände. In Flemmingen hatten sie im Übrigen mit der Ortsfeuerwehr einen zuverlässigen Partner an der Seite. Der sorgte zwar nicht für Wind, dafür aber für das leibliche Wohl.
Weitere Informationen zur Interessengemeinschaft im Internet unter: www.burgenlandkiter.de