Die Schüler der Klasse 7a der Freien Sekundarschule Burgenlandkreis verabschieden ihren Lehrer Dieter Hammermann (oben) und führen ein Programm auf. Blumen gab es auch für Ehefrau Gisela (unten, r.). (FOTO: TORSTEN BIEL)
Die Schüler seiner Klasse 7a hielten eine Überraschung parat, die alles andere als alltäglich ist. Sie boten Hammermann ein Abschiedsprogramm, bei dem nichts zu wünschen übrig blieb.
Dieter Hammermann hat die vergangenen drei Jahre an der Freien Schule Burgenlandkreis in Naumburg Englisch unterrichtet und war zwei Jahre lang der Klassenleiter der heutigen 7a. Nichts Besonderes, könnte man meinen - das ist es aber doch. Der Pädagoge, um den es geht, hat bereits das 72. Lebensjahr vollendet, und ist nach der Überzeugung von Schulleiterin Kathrin Wahlbuhl-Nitsche der wahrscheinlich älteste Lehrer im aktiven Dienst gewesen. Sie hatte ihn engagiert als eine Lehrkraft ausfiel, und Hammermann hat sich - auch mit tatkräftiger Unterstützung seiner Ehefrau Gisela - in die neue Aufgabe voller Eifer gestürzt. Und das kam ganz offensichtlich sehr gut bei den Kindern an. In ihrem Programm mit Sketchen, Gedichten und Liedern berichteten sie von unvergesslichen Klassenfahrten in den Harz und an den Werbellin-See. Unvergessen ist für sie auch das Camping-Wochenende auf dem Grundstück des Ehepaars in Schulpforte. "Vielen Dank Herr Hammermann", konnte man immer wieder hören - auch von Seiten der Eltern. Deren Sprecherin, Yvette Lischewsky, würdigte das Wirken des Pädagogen in den höchsten Tönen, ebenso Schulleiterin Wahlbuhl-Nitsche. Der mit zahlreichen Abschiedsgeschenken Geehrte zeigte sich tief gerührt. "Ich hatte an dieser Schule drei wundervolle Jahre, und gehe auch jetzt nicht gerne." Er habe sich in der Freien Schule zu Hause gefühlt, sei angenommen worden von den Kollegen, Eltern und Kindern. "Das häufig zu hörende Argument, dass die Kinder heutzutage schlechter seien als früher, kann ich nach den jüngsten Erfahrungen nicht bestätigen - im Gegenteil!" Hammermann bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit den Eltern und den Kollegen. Er hoffe, dass er künftig hin und wieder einspringen kann, wenn Not am Mann ist.