Silvio Klawonn vom Polizeirevier Burgenlandkreis wertet die Ergebnisse des Projekts an vier Naumburger Schulen aus. (FOTO: MZ)
"Wir sind doch keine Trinker!", so die erste Reaktion von Zehntklässlern, die Domstadt-Oberbürgermeister Bernward Küper beim Start des Projekts mit dem etwas umständlichen Namen "Risikobehafteter Alkoholkonsum durch Jugendliche in der Stadt Naumburg" oft zu hören bekam. Das wurde durch den Kriminalpräventiven Beirat der Stadt Naumburg ins Leben gerufen und seine Ergebnisse gestern im Rathaus ausgewertet.
Das Fazit nicht nur des Stadtoberhaupts, sondern auch aller anderen Beteiligten: Die Mehrzahl der älteren Schüler hat kein Problem mit Alkohol, aber Sorgenkinder gibt es dennoch. Und mit dem Projekt ist es gelungen, die Jugendlichen für die Probleme zu sensibilisieren, die durch unkontrollierten Alkoholgenuss entstehen. Auch darin waren sich die beteiligten Partner einig, unter ihnen Stadt- und Kreisverwaltung, Polizei, Juristen, Pädagogen, Krankenkassen oder Suchtberater.
Silvio Klawonn, im Polizeirevier Burgenlandkreis für Präventionsarbeit zuständig, erinnerte noch einmal an die wichtigsten Maßnahmen des Vorhabens. Neben vier begleitenden Sitzungen des Kriminalpräventiven Beirates und Kooperationsgesprächen mit beteiligten Schulen bildeten vier Schülerprojekttage den Schwerpunkt der Arbeit. An denen nahmen an der Albert-Schweitzer-, der Alexander-von-Humboldt-Sekundarschule, der freien Schule im Burgenlandkreis und am Domgymnasium insgesamt fast 500 Schüler teil.
An einem Plakatwettbewerb zum genannten Thema (wir berichteten) beteiligten sich zwölf Klassen. Während der Projekttage wurde über Trinkmotive und Suchtentstehung diskutiert, gab es ein Alkoholquiz, in dem man sein Wissen über das berauschende Genussmittel testen konnte. Ein Film hinterfragte das "Warum" eines alkoholbedingten Unfalls. Ebenso wurden das Problem der Manipulation durch Alkoholwerbung besprochen und Rechtsfragen geklärt.
Oberstaatsanwalt Hans-Jürgen Neufang, der die Auswertung moderierte, kam in seinem Statement auf das eingangs Gesagte zurück: "Bei dem Projekt ging es nicht um ein generelles Verteufeln des Alkohols, sondern um die Sensibilisierung für einen verantwortungsvollen Umgang mit ihm." Bausteine des Projekts sollen nun fortgeführt werden, beispielsweise an Verkehrssicherheitstagen.