Neues ist entstanden und entsteht am einst vergessenen Naumburger Reußenplatz. Nun wird eine Kulturinsel mit Einbeziehung der Altbauten geplant. (FOTO: MZ)
In weniger als einem halben Jahr werden Interessierte sich vorerst am Modell anschauen können, wie die Naumburger Kulturinsel einmal aussehen wird. Die Stadtverwaltung hat vor, ihre Einrichtungen Bibliothek, Archiv und städtische Sammlungen in einem einzigen, neu zu errichtenden Gebäude am Reußenplatz unterzubringen (wir berichteten).
Dieser Neubau wird notwendig, weil sich genannte Einrichtungen teils in Gebäuden befinden, die vom Platz her längst nicht mehr ausreichen oder erhebliche bauliche Mängel haben. Seit nunmehr elf Jahren beschäftigt man sich im Fachbereich Stadtentwicklung und Bau mit diesem Thema, so Fachbereichsleiterin Ute Freund. Vor neun Jahren scheiterten die Pläne an den massiven Kürzungen der Fördermittel des Programms "Urban 21". Mit Finanzen aus dem Fonds "Stadtumbau Ost" konnte das Vorhaben wieder auf den Plan gesetzt werden. Im Herbst 2011 wurden erste Vorstellungen dazu den Mitgliedern des Kultur- und Sozialausschusses des Gemeinderats erläutert. Danach wurde europaweit ein Wettbewerb für die Kulturinsel ausgeschrieben. Zur Ausschreibung von Projekten einer solchen Dimension sei man verpflichtet, so Frau Freund. "Das Ziel besteht darin, die Planungsunternehmen für die Gebäudeplanung und Planung der technischen Gebäudeausrüstung aus dem Kreis der Bewerber einer europaweit ausgeschriebenen Bekanntmachung auszuwählen, die die besten Entwürfe für die Umsetzung des Projektes bieten", erläutert sie. Dazu wird ein Preisgeld bereitgestellt, das sich "an der Leistung, die im Wettbewerbsverfahren vorgelegt wird, orientiert". Das Bauvorhaben Kulturinsel am Reußenplatz ist ganz offensichtlich eine anspruchsvolle Herausforderung für Architekten, denn der Zuspruch der Planungsbüros war groß. Insgesamt 40 haben ihr Interesse bekundet, aber nur 25 wurden ausgewählt am Wettbewerb teilzunehmen. Darunter sind sechs Büros, die bereits Erfahrungen mit der Planung und dem Bau solcher Objekte haben, direkt angesprochen worden. Nun wartet die Stadt auf entsprechende Vorschläge, die bis zum 6. Oktober eingereicht werden können. Am 9. November fällt eine bereits namentlich festgelegte Jury die Entscheidung, welcher Planungsentwurf den Zuschlag erhalten wird. Im Dezember sollen alle eingereichten Projektvorschläge im Naumburger Schlösschen öffentlich ausgestellt werden.
Die Realisierung dieses anspruchsvollen Vorhabens (Kosten um die sechs Millionen Euro) wird allerdings noch dauern. Die Stadt hofft, dass sie mit dem fertigen Konzept ab 2014 an europäische Fördermittel herankommt.