René Obermann ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. (FOTO: DPA)
Die Vorstandschefs der 30 wichtigsten Firmen im Aktienindex Dax neigen in ihren Geschäftsberichten zu unverständlichem Business-Kauderwelsch, haben Kommunikationswissenschaftler der Universität Hohenheim herausgefunden.
Den ersten Platz auf der Hohenheimer Verständlichkeitsskala nimmt René Obermann von der Telekom ein. Schlusslicht ist Wolfgang Reizle von der Linde AG. Frank Brettschneider, Leiter des Fachbereichs Kommunikationstheorie, dreht die Chefreden auf den Hauptversammlungen durch den Wolf, oder besser: ein Computerprogramm. Es erfasst Abstraktheit oder Konkretion, Fremdwortanteil sowie die Länge und Umständlichkeit oder Direktheit von Sätzen und ordnet sie auf einer Skala von eins (unverständlich) bis zehn (superverständlich).
Was das Programm nicht völlig erklären kann: Warum die Manager so reden, wie sie es tun. Obermann und Norbert Reithofer von BMW sind auf den Endverbraucher orientiert. Der Anlagenhersteller Linde ist was für Spezialisten. Aber warum drückt der Chef des Handelskonzerns Metro, Olaf Koch, sich nicht kundenfreundlich aus? Von ihrer eigenen Branche halten die Forscher übrigens wenig. Die niedrigste Bewertung - also ein Punkt - entspreche der (Un)verständlichkeit einer Doktorarbeit.