Flemmingen in gutem Licht

19.08.2012 16:41 Uhr | Aktualisiert 19.08.2012 17:15 Uhr
Der Flemminger Posaunenchor brachte in der Kirche St. Lucia noch nie gehörte Stücke zu Gehör. (FOTO: HANS-DIETER SPECK) 
Von jana kainz
Der langersehnte Sonnenschein ließ Sonnabend so manchen Flemminger kalt. Statt ins Schwimmbad zog es viele junge und ältere Einwohner in die Kirche St. Lucia. Beinahe bis auf den letzten Platz waren die Sitzreihen im angenehm kühlen Gotteshaus belegt.
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Der langersehnte Sonnenschein ließ Sonnabend so manchen Flemminger kalt. Statt ins Schwimmbad zog es viele junge und ältere Einwohner in die Kirche St. Lucia. Beinahe bis auf den letzten Platz waren die Sitzreihen im angenehm kühlen Gotteshaus belegt, als der Flemminger Posaunenchor zum Auftakt der diesjährigen Reihe "Flemminger Hauch" blies. Die zweite Auflage der von der Evangelischen Kirchengemeinde Flemmingen organisierten Veranstaltung steckte voller Überraschungen und seltener Klänge.

Die Bläser spielten nicht nur Musik von Kirchenmusikern vergangener Zeiten, sondern auch noch nie gehörte Posaunenwerke. Die hatte der Chor vom diesjährigen Landesposaunenfest aus Nordhausen mitgebracht. Für diesen Anlass war ein Notenheft für die 500 Mitwirkenden herausgebracht worden, in dem Orchesterstücke erstmals für Bläser bearbeitet worden waren. Aus diesem Heft "Musik für Mitteldeutschland" stellte der Posaunenchor einige Stücke vor.

Den Abend über musizierte der durch Jungbläser verstärkte Chor nicht stets allein. Bei "Alles muss klein beginnen" begleiteten einige Gäste die Bläser mit bereitgelegten Klanghölzern, Ratschen und Triangeln. Auf der Empore wurde auf eine eigens dafür angebrachte Kesselpauke gehauen. All jene ohne Instrument klatschten im Takt mit, so wie Superintendentin Ingrid Sobottka-Wermke, die sich unter die Gäste gemischt hatte.

Eine längere Pause ward den Bläsern gegönnt, als eine Leinwand aufgespannt worden war. "Flemmingen in gutem Licht - eine kleine Reise durch die Jahreszeiten" hieß die musikalisch untermalte Fotoschau, die Herr Runte unterstützt von Karsten Steinberg vorbereitet hatte. Die Fotos stammen von 15 Einwohnern, die dem Aufruf gefolgt waren, sich mit Ortsaufnahmen an einer Ausstellung zu beteiligen. Das Gros der 100 zusammengekommenen Motive war nicht nur auf der Leinwand zu betrachten, sondern hing zudem in Papierformat an den Kirchenwänden - und das für die nächsten drei Wochen. Um für die nächste "Flemminger Hauch"-Runde ebenfalls Fotos ausstellen zu können, kündigte Runte im Abspann der Schau mit schönen Beispielbildern das nächste Ausstellungsprojekt an. 2013 soll sich in den Fotos alles um Nahaufnahmen drehen.

Eine Überraschung hatte Chorleiter Steffen Erler, der stellvertretend für Pfarrer Hans-Martin Ilse humorvoll durchs Programm führte, für die Jungbläser parat. Maximilian Kästner, Heinz Embacher und Anton Schröder zeichnete er mit der bronzenen Nadel des Posaunenwerkes aus. Damit nicht genug. Zudem erhielt jeder ein T-Shirt mit seinem Namen und dem Chorlogo. All dies liegt auch für Jungbläser Markus Herzer bereit.

Mit Riesen-Plüschschaf unterm Arm und Hirtenstab in der Hand bahnte sich ein Schäfer, alias Konrad Nelkenbrecher, den Weg zum Altar. Von dort erklärte er seiner Schafherde, wie er die vor sich sitzenden Gästeschar kurzerhand nannte, einiges zu aktuellen Ereignissen und Entwicklungen - und das in bester Büttenrede-Manier, so dass er manche Lacher auf seiner Seite hatte.