Graf Zech ist Ehrenbürger

29.06.2012 17:41 Uhr | Aktualisiert 29.06.2012 18:40 Uhr
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Gemeinderatsvorsitzender Eberhard Gollmick: ...

Gemeinderatsvorsitzender Eberhard Gollmick: Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft der Stadt Naumburg ist alles andere als alltäglich. Graf Zech hat sich um die Stadt Naumburg besonders verdient gemacht und damit hohe Anerkennung bei der Naumburger Bürgeschaft erworben. (FOTO: MZ)

Von helga heilig
"Ehrenbürger Naumburgs zu werden, das habe ich mir niemals träumen lassen, ich bin sehr stolz darauf", so Georg Graf von Zech-Burkersroda.
naumburg. 

Der scheidende Dechant der Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz, hat gestern die Ehrenbürgerurkunde aus den Händen von Gemeinderatsvorsitzenden Eberhard Gollmick und Oberbürgermeister Bernward Küper überreicht bekommen. Das geschah im Rahmen der feierlichen Verabschiedung von Graf Zech als Dechant der Vereinigten Domstifter vor mehreren Hundert geladenen Gästen. Mit dieser Verleihung ist Graf Zech nach Curt Becker der zweite, dem nach der Wende diese Ehre zuteilwurde. Gollmick erwähnte, dass der Gemeinderat einstimmig der Verleihung der Ehrenbürgerwürde zugestimmt hat. Naumburg habe zweimal einen Sechser im Lotto gehabt: "Der erste war Curt Becker, der als Oberbürgermeister nach der Wiedervereinigung die Stadt nach vorn gebracht hat, der andere Graf Zech."

Domherr Curt Becker hatte zuvor in seiner Würdigung die Verdienste des Mannes hervorgehoben, der sich zehn Jahre lang im Ehrenamt für die wichtigen Kulturschätze in Naumburg, Merseburg und Zeitz eingesetzt hat. "Unermüdlich nutzten Sie Ihre Kontakte, um für die Vereinigten Domstifter Geld einzuwerben, um Gebäude, Kultur- und Kunstgegenstände zu sanieren und zugänglich zu machen, und so ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zurückzuführen", so Becker. Er sprach die Hoffnung aus, dass Graf Zechs Weg ihn auch künftig möglichst oft nach Naumburg führen werde.

Besonders herzliche und anerkennende Worte fand auch Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff. Sie sprach in Vertretung von Ministerpräsident Reiner Haseloff. Sie hatte den Dechanten während ihrer Tätigkeit als Kultusministerin kennengelernt und verschiedene Projekte der Domstifter begleitet. "Ich bin ein Fan von Naumburg", gestand sie und hob hervor, dass durch Graf Zechs Einsatz "bedeutendes Kulturgut gerettet worden ist". In privaten Gesprächen hatten beide feststellen können, dass es einige gemeinsame Bezugspunkte gibt. Wolff ist in Münster geboren, Graf Zech lebt dort. Die Wirtschaftsministerin lebte wie er in den USA, im gleichen Bundesstaat. Sie stellten fest, dass beide dort den selben Baumarkt kennen. Aus diesem Grund hat die Ministerin ein ungewöhnliches Abschiedsgeschenk mitgebracht: Ein Paar Arbeitshandschuhe. Graf Zech mutmaßte augenzwinkernd, dass er damit wohl ab Montag im n Garten zu arbeiten habe. Er zeigt sich gerührt und erfreut über die vielen aufrichtigen und anerkennenden Worte und meinte bescheiden: "Manches ist ein bisschen übertrieben, vieles berührt mich. Ich bin sehr stolz darauf, für diese historische, traditionsreiche Stiftung tätig gewesen zu sein, aber das Wichtigste sind immer die Menschen." Er dankte dem Mitarbeiterteam für das Engagement und die vielen "sprudelnden Ideen". Als Oldie eine so junge Mannschaft um sich haben zu können, sei sehr beflügelnd gewesen. Mit Blick darauf, dass der Ehrendomherr sich künftig verstärkt dem Antrag des Doms, Stadt und Region auf Aufnahme in die Unesco-Welterbeliste widmen wird, sagte Naumburgs Oberbürgermeister Bernward Küper: "Wir haben noch viel vor und müssen gemeinsam noch sehr kämpfen." Im Namen der Stadt Naumburg überreichte er ein recht großes Gemälde von Thomas Burkhardt, auf dem der Dom, das Marientor und - das ist Küper besonders wichtig - der Wohnturm des Dechanten zu sehen ist.

"Ich wünsche Ihnen eine spannende, erlebnisreiche und ausgefüllte Zeit als Dechant der Vereinigten Domstifter - so wie ich sie auch hatte", sagte Graf Zech an seinen Nachfolge, Walter Christian Steinbach gewandt.