Ex-Weltklasse-Turner Eberhard Gienger setzte am Dienstagabend auf dem Gelände des Euroville zur Punktlandung an, nur wenige Meter vom Halleneingang und dem Bratwurststand entfernt. Zeit, seinen Fallschirm zusammenzuraffen, mit dem er aus gut 1 000 Metern Höhe gefallen war, hatte der 61-Jährige jedoch nicht. Gienger musste Autogramme schreiben und Fragen beantworten. Schließlich sorgte die enttäuschende Leistung der deutschen Olympiaathleten, auch die der Turner, für Gesprächsstoff. "Das wird schon", zeigte sich der frühere Athlet optimistisch, der zuvor mit dem Flieger in Merseburg abgehoben war. Seit 25 Jahren stürzt er sich freiwillig in die Tiefe. "In der Luft kann man viel mehr Salti machen", erklärte Gienger seine besondere Passion.
Bereits im vergangenen Jahr war er beim Handball-Event von der DKB-Bank, deren Stiftung das Euroville gehört, dabei. Und schon zum dritten Mal verbanden die Füchse Berlin ihr nunmehr traditionelles Trainingslager im Euroville mit einem Testspiel gegen den Mitbundesligisten SC Magdeburg. "Wir sind einfach total gern hier und fühlen uns als Heimmannschaft", sagte Füchse-Chef Bob Hanning. Der Aufenthalt diene allerdings nicht nur der Vorbereitung auf die kommende Saison. "Wir wollen an unsere Jugend auch Werte vermitteln", so Hanning. Denn neben drei Nachwuchsteams der Berliner war auch das Profiteam an die Saale gereist. Diese Sportprominenz im eigenen Haus stellte Euroville-Leiter Dietmar Schwenke und sein Team früher vor Herausforderungen, mittlerweile passt es einfach, obwohl der Top-Verein natürlich Ansprüche stelle, vor allem an die Versorgung. "Das Essen sollte kohlenhydratreich sein, einen hohen Frischeanteil haben", so Schwenke. Überhaupt habe sich das Sportzentrum bundesweit vor allem bei den Ballsportarten Handball, Volleyball und Basketball einen Namen gemacht. "Der Handballbundesverband bucht sich regelmäßig mit Seminaren bei uns ein", erzählte der Chef. Das Euroville verzeichnet jährlich rund 40 000 Übernachtungen. Schwenke, seine Mitarbeiter und rund 40 Helfer des Handballvereins Naumburg-Stößen hatten an jedem Abend alle Hände voll zu tun. Mittendrin im Trubel: HSV-Geschäftsführer Sascha Krieg. Gelegenheiten, die beiden Partien - zuvor spielte der HSV gegen die A-Jugend der Füchse - zu erleben, hatte er allerdings nicht. Froh wäre er indes, wenn durch dieses Handball-Fest das eine oder andere Kind dann doch Feuer gefangen hat.
Ture Baatz ist schon längst davon begeistert, obwohl er auch Tennis spielt. Der Zehnjährige aus der E-Jugend lief am Dienstagabend gemeinsam mit Fuchs Markus Richwien in die ausverkaufte Halle ein. Mit Lampenfieber versteht sich. Aber nicht wegen des um mehrere Köpfe größeren Profis an seiner Seite. "Ich war aufgeregt wegen des Publikums", sagte er, nachdem er sich an der Wurfgeschwindigkeitsmaschine ausprobiert hatte. Dort trugen HSV-Spieler Sebastian Fende und sein gewaltiger Schuss mit Tempo 90 den Sieg davon.