Museumsleiterin Andrea Knopik und Stiftungsvorstand Götz Ulrich erhalten von Thomas Pleye (M.) den Bewilligungsbescheid. (FOTO: C. MATTHES)
Mit der Sonderausstellung "Wenn der Kaiser stirbt - der Herrschertod im Mittelalter" ab dem 12. August bildet das Museum Kloster und Kaiserpfalz Memleben einen Korrespondenzstandort der diesjährigen Landesausstellung in Magdeburg. 2012 steht ganz im Zeichen Otto des Großen anlässlich seines 1 100. Geburtstages.
Als Sterbeort des Kaisers rückt deshalb Memleben in das Blickfeld. "Das ist für uns ein Meilenstein", sagte Museumsleiterin Andrea Knopik. Grund genug, in Vorbereitung der Exposition sehr viel Geld anzufassen. Rund 188 000 Euro werden hier investiert. Allein aus dem Programm zur Förderung kultureller Projekte gibt das Land Sachsen-Anhalt 100 000 Euro und deckt damit mehr als die Hälfte der Kosten. "Das ist eine erhebliche Quote, aber auch gerechtfertigt mit Blick auf die klare Nachhaltigkeit", sagte Thomas Pleye. Es sei zudem eine Investition in das Kloster als touristischer Standort.
Der Präsident des Landesverwaltungsamtes übergab am Dienstagnachmittag den Bewilligungsbescheid an die Museumsleiterin sowie Stiftungsvorstand Götz Ulrich. Weitere Großförderer sind Lotto-Toto mit 33 000 Euro sowie Envia M mit 10 000 Euro an Unterstützung. Wichtige Voraussetzung für die Ausstellung sei indes eine bauliche gewesen, erklärte Ulrich. Denn der Boden des Ausstellungsraumes hätte die Vitrinen und den Besucherstrom überhaupt nicht tragen können. So wurden die Balken sowie der Bodenaufbau erneuert. Und damit einige Exponate überhaupt in Memleben ausgestellt werden können, spare man auch nicht an der Sicherheitstechnik, fügte die Museumsleiterin hinzu. Die Urkunde der Ersterwähnung des Klosters stellt das Archiv in Marburg zur Verfügung. Aus dem Kloster Lorsch stammt ein mittelalterliches Skalpell, eine Marienreliquie aus dem Frauenstift Gandersheim. Grabbeigaben werden ebenfalls in der Schau zu sehen sein. "Wir wenden uns in der Ausstellung auch der Sterbekultur der einfachen Bevölkerung zu", erklärte Andrea Knopik.
Veranstaltungen wie Vorträge und Gesprächsrunden zu den Themen Tod und Bestattung runden die viermonatige Schau ab. Als weiterer Raum soll die Krypta eingebunden werden. "Wir werben als Korrespondenzstandort nicht nur für die Landesausstellung, sondern auch für Sachsen-Anhalt", bemerkte der Verbandsbürgermeister. Teile der Sonderausstellung, sowohl einige Exponate als auch die neue moderne Ausstattung, sollen in eine künftige Dauerausstellung im Nordflügel des Klosters überführt werden. Zuvor wird indes die Schau auf eine Reise gehen: Man stehe im Kontakt mit dem Museum für Sepulkralkultur Kassel, so Ulrich.