Hyloscirtus princecharlesi: Sei ein Frosch

06.07.2012 21:09 Uhr | Aktualisiert 06.07.2012 21:25 Uhr
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Prinz Charles (rechts) ist gerührt, dass...

Dieser Frosch trägt jetzt den Namen von Prinz Charles. (FOTO: DPA)

Von Eckhard Jäckel
Prinz Charles hüpft neuerdings auch durch den Regenwald.
Halle (Saale)/MZ. 

Wie wird man für die Nachwelt unsterblich? Nun, man lässt sich in Stein verewigen oder gibt seinen Namen einem Tier. Bei Fürst Otto von Bismarck hat das prächtig funktioniert. Zwar ist fraglich, ob alle ihn sofort mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 in Verbindung bringen. Aber auf einem Bismarckturm gestanden hat jeder irgendwann einmal. Und an Bismarckhering brauche ich nur zu denken, schon tropft mir der Zahn.

Auch Charles Philip Arthur George Mountbatten-Windsor - kurz Prinz Charles - hat jetzt seinen Platz für die Ewigkeit gefunden. Als Hyloscirtus princecharlesi hüpft eine jüngst entdeckte Froschart durch den tropischen Regenwald Ecuadors. Die Forscher, die sich zu der ungewöhnlichen Namensgebung entschieden, meinen es nach eigenem Bekunden ernst. Sie wollen das Umweltengagement des britischen Thronfolgers würdigen, sagen sie. Und Charles bedankt sich artig und ist gerührt. Denn die Tragweite der Ehrung wird ihm wohl bewusst sein. Er, der Ex der strahlenden Prinzessin Diana. Er, der ewige Prinz im Schatten seiner Mutter. Ein Thronfolger ohne realistische Aussicht auf die Krone. Denn er ist schon 63, und Königin Elisabeth scheint die Vitalität ihrer Queen Mum geerbt zu haben. Die wurde 101. Macht bei Elisabeths Alter von 86 also noch einige Jährchen im Wartestand. Bis dahin hat er sich längst daran gewöhnt, eine ruhige Crocketkugel im Garten des Buckingham Palastes zu schieben. Nein - dann doch lieber ein Frosch! Und wer weiß schon, ob nicht doch etwas Wahres steckt im Märchen der Brüder Grimm. Vielleicht sollte sich Camilla beim Küssen vorsehen.