"Jetzt geht es darum, die Weinmeile als Familienfest und als touristische Attraktion in gewohnter Weise wie in den vergangenen Jahren zu feiern", sagte Vorsitzende Ines Müller gegenüber Tageblatt / MZ.
Deshalb wolle sich der Vereinsvorstand mit der Art und Weise der Absage gegenüber Stahlknecht und der Reiterstaffel erst in einer Sitzung nach Pfingsten beschäftigen, in der zudem das Festgeschehen ausgewertet werden soll. Allerdings war Müller nach der Stahlknecht-Absage bemüht, die Wogen zu glätten. So rief sie im Innenministerium in Magdeburg an, schrieb inzwischen auch einen Brief, in dem sie um Verständnis für die Skepsis des Vereins gegenüber der Polizeistaffel wirbt. Bereits am Dienstag hatte Müller unterstrichen, die Absage des Vorstandes habe nicht dem Minister, sondern nur den Polizeireitern gegolten. Nach dem Anruf von Vorstandsmitglied Reinhard Glotze in Magdeburg war das allerdings im Innenministerium ganz anders angekommen (Tageblatt / MZ berichtete). So hatte sich Stahlknecht "genötigt" gesehen und in gewisser Form sogar bedroht gefühlt. Um Schadensbegrenzung war gestern auch Naumburgs Oberbürgermeister Bernward Küper (CDU) bemüht. "Der Verein hat da wohl in der falschen Form reagiert", sagte er Tageblatt / MZ in Bezug auf die Art und Weise der Ausladung.
Allerdings zeigte Küper Verständnis für die inhaltliche Begründung der Ablehnung. "Zur Präsentation von Polizeireitern ist die Weinmeile tatsächlich ungeeignet, da gibt es wesentlich bessere Möglichkeiten." Enttäuscht ist der OB dagegen vom Vereinsvorstand insofern, dass dieser ihn zunächst gebeten habe, den Gast zur Weinmeile-Eröffnung einzuladen. Dann aber sei Küper mit der Ausladung Stahlknechts durch den Verein "kalt überfahren" worden. "Das ist keine gute Art der Zusammenarbeit mit der Stadt, die der Verein da praktiziert." An seiner Ankündigung, der Weinmeile-Eröffnung fernzubleiben, halte er fest, werde die Meile jedoch privat besuchen.
Unterdessen hat der CDU-Landtagsabgeordnete Daniel Sturm den Innenminister zu einem anderen Anlass in die Region Naumburg eingeladen. "Ich habe betont das die Roßbacher Ausladung sich nicht auf die Stadt Naumburg bezieht und er herzlich willkommen ist. Er hat bereits zugesagt zeitnah zu kommen", so Sturm in einer Mail. Auch der Großjenaer Heimatverein hat den Minister und die sächsischen Polizeireiter inzwischen zum Weinblütenfest nach Großjena eingeladen. Das aber wird sich von Stahlknecht zeitlich nicht realisieren lassen.