Kanada: Der letzte Penny

08.05.2012 20:41 Uhr | Aktualisiert 08.05.2012 20:46 Uhr
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Pennys

Der Penny ist teuer. (FOTO: REUTERS)

Von Jörg Michel
Ein Frühlingsmorgen im Bankenviertel von Toronto. Tausende Menschen eilen ins Büro. Zu ihren Füßen auf dem Bürgersteig liegen ein paar Münzen und leuchten kupferfarben in der Sonne. Kanada schafft seine Ein-Cent-Münze ab, um zu sparen.
Halle (Saale)/MZ. 

Ein Frühlingsmorgen im Bankenviertel von Toronto. Tausende Menschen eilen ins Büro. Zu ihren Füßen auf dem Bürgersteig liegen ein paar Münzen und leuchten kupferfarben in der Sonne. Doch kaum ein Passant bleibt stehen. Es dauert mehr als fünf Minuten, bis jemand das Geld endlich aufhebt. Frei nach dem Motto: Wer den Penny nicht ehrt, ist des Dollars nicht wert.

Die Szene stammt aus den kanadischen Abendnachrichten und soll illustrieren: Die meisten Kanadier sind ihren Penny leid. Seit seiner Einführung durch die königliche Münzstätte im Jahre 1908 hat das Ein-Cent-Stück wegen der Inflation über 95 Prozent des Wertes verloren und mehr als drei Viertel der Bürger finden den Penny laut Umfragen einfach nur noch lästig. Jetzt wird er abgeschafft. Die Münze mit dem Ahornblatt auf der Vorder- und dem Kopf von Königin Elizabeth II. auf der Rückseite wird ab Herbst eingesammelt, und eingeschmolzen.

Der Regierung geht es dabei im wahrsten Sinne des Wortes ums Geld. Weil die Metallpreise gestiegen sind, kostete die Herstellung einer Pennymünze zuletzt fast das Doppelte ihres Nennwertes. Ihre Abschaffung erspart den Steuerzahlern zukünftig jedes Jahr elf Millionen Dollar. Nebenbei gewinnt der Staat aus den geschmolzenen Münzen 31 000 Tonnen wertvolles Kupfer.

Den Nordamerikanern fällt der Abschied vom Penny leicht, da die meisten Kunden selbst Kleineinkäufe mit Kreditkarte bezahlen. In Kanada soll dabei auch künftig auf den Cent genau abgerechnet werden.

Beim Barzahlen allerdings wird bald auf die nächste Fünferstelle gerundet werden. Weil einige Händler eher geneigt sein dürften auf- statt abzurunden, wittern Kritiker schon eine zusätzliche Teuerung.