Um diesen Negativ-Trend der demografischen Entwicklung gegenzusteuern, beteiligt sich der Burgenlandkreis am Programm des Bundesministeriums für Frauen und Familie "Mehr Frauen in Führungspositionen - regionale Bündnisse für mehr Chancengleichheit". 49 Kommunen hatten sich an dem bundesweit von dem Ministerium ausgelobten und von der Europäischen Union unterstützen Wettbewerb beteiligt, zehn wurden schließlich ausgewählt. "Dass der Burgenlandkreis zu diesen zehn gehört, resultiert vor allem aus der Qualität der eingereichten Bewerbung", sagte Landrat Harri Reiche (parteilos) am Montag während einer Gesprächsrunde mit Vertreterinnen der in Berlin ansässigen Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft (EAF). Die EAF betreut das Projekt im Auftrag des Ministeriums. "Wir müssen alles unternehmen, um den Weggang von Frauen aus der Region zu stoppen, deshalb sehen wir auch dieses bis 2015 laufende Projekt als echte Chance für die Region an", unterstrich Reiche im Beisein der Gleichstellungsbeauftragten des Burgenlandkreises, Steffi Hager. Sie hatte auf das Projekt aufmerksam gemacht, dabei hervorgehoben, dass es im Burgenlandkreis bereits gute Ansätze gibt, Frauen auch in Führungspositionen von Firmen entsprechende Karrierechancen anzubieten. Das letztere nicht nur im Interesse von Frauen, sondern ebenso der Unternehmen ist, hob EAF-Vorstand und Geschäftsführerin Helga Lukoschat hervor. "Zwar gibt es längst Studien, die das darstellen, aber inzwischen haben auch viele Unternehmen für sich erkannt, dass Frauen aufgrund ihrer sozialen Kompetenz in Führungspositionen unverzichtbar sind", so Frau Lukoschat.
Die Akademie will deshalb - nach einer noch 2012 stattfindenden Bestandsanalyse - mit im Kreis ansässigen Unternehmen und Institutionen ergründen, welche Möglichkeiten bestehen, Frauen eine bessere berufliche Perspektive zu bieten. "Dabei geht es auch darum, dem in der Region weiter zunehmenden Fachkräftemangel offensiv zu begegnen", sagte die EAF-Bereichsleiterin für Strategie und Kommunikation, Kathrin Mahler Walther. So haben die Unternehmen Mibrag Theißen und Lafarge Karsdorf sowie die Sparkasse Burgenlandkreis und das Burgenlandklinikum ihre Teilnahme bereits zugesagt. Weitere Betriebe, auch aus dem mittelständischen und handwerklichen Bereich, sind zur Mitarbeit herzlich willkommen, sagte Reiche.