Genützt hat er Eurawasser aber nichts: Die Mehrheit der Mitgliedsgemeinden sprach sich gegen eine weitere Zusammenarbeit aus. Die Kommunen wollen in der Trinkwasser GmbH Saale-Unstrut die Wasserversorgung selbst organisieren (Tageblatt / MZ berichtete). Wozu man sich, so Versammlungsleiterin Kerstin Beckmann, wohl irgendwann Gesellschafter ins Boot holen werde, etwa die Technischen Werke Naumburg oder die Apoldaer Trinkwasser GmbH. Langfristig, so gibt man sich An der Finne und im Wethautal überzeugt, biete sich da Potenzial zur Kostensenkung, zumal Naumburg versprochen habe, dass dann dessen Ortsteil Bad Kösen im Verband bleibt.
Man habe die Zeit seit Herbst 2010 - damals hatten die Kommunen Eurawasser wegen grober Abrechnungsfehler zum Schaden des Verbandes vor die Tür setzen wollen - als Bewährungsfrist verstanden und sie genutzt, hielt Eurawasser-Geschäftsführer Fred Hofmann entgegen. Die Kunden seien zufriedener, der Wasserpreis konstant, Betriebskosten gesenkt und die Zusammenarbeit mit dem Verband verbessert worden. Fazit: Es gebe keinen Grund zur Kündigung.
Götz Ulrich, Bürgermeister An der Finne, sieht das anders: Man habe 2010 die Zusammenarbeit beenden wollen, es nur deshalb nicht getan, weil eine außerordentliche Kündigung auf schwachen Füßen gestanden hätte. Das damals angebotene Sonderkündigungsrecht, das man jetzt wahrnimmt, sei da die geeignete Möglichkeit zum Ausstieg gewesen.
"Dass Sie die Zusammenarbeit nicht fortsetzen wollen, ist Ihr Recht", so Eurawasser-Anwalt Thomas Derlin. "Sie müssen das aber rechtlich korrekt hinkriegen." Wenn sich der Verband technischen Sachverstand in die GmbH holen wolle, werde es Ausschreibungskosten geben. Bewerber würden das Verfahren beobachten, gegebenenfalls klagen. Zudem seien die Abstandszahlungen an Eurawasser zu leisten und nun sei ja noch ein Schuldenberg (siehe Rechnungsprüfung) aus der Zeit vor Eurawasser aufgetaucht. "Wie wollen Sie da Kosten senken, wenn Sie auf das Potenzial von Eurawasser verzichten?", fragte er. Den Austritt von Bad Kösen bezeichnete er als leere Drohung. Der bedürfe der Genehmigung der Aufsicht, die er für ausgeschlossen halte.
Unstruttal-Bürgermeisterin Jana Grandi machte deutlich: Sie befürchtet ein Auseinanderbrechen des Verbandes, bei dem das Unstruttal auf der Strecke bleibt.
Die Brücken zu Eurawasser sind aber wohl noch nicht abgebrochen. Geschäftsführer Hofmann bekundete gestern Interesse an weiterer Zusammenarbeit auch in anderen Formen. Und er sehe Bereitschaft im Verband, da mögliche Felder auszuloten.