Luftsport-Haus droht das Aus

01.08.2012 08:55 Uhr | Aktualisiert 01.08.2012 08:55 Uhr
Vereinsvorsitzender Markus Neumeister (r.) und HdL- Geschäftsführer Stephan Olessak (l.), mit internationalen Gästen auf dem Flugplatz. (FOTO: G. SCHRÖDER) 
Von gudrun schröder
International geht es derzeit auf dem Flugplatz in Laucha zu. Schüler und Studenten aus Polen, Holland, Italien oder Spanien gehören zu den Teilnehmern der Segelflieger-Lehrgänge des Hauses der Luftsportjugend (HdL).
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laucha. 

Diese internationalen Fliegerlager sind in jedem Jahr aber nur ein Teil der vielfältigen Angebote, die die Jugendlichen anziehen (siehe auch "Hintergrund"). Doch die Existenz des HdL ist bedroht. Es ist bereits fünf vor Zwölf im Kampf gegen dessen Schließung. Um weiterhin diese Jugendarbeit auf Bundesebene leisten zu können, hat sich der Verein "Interessengemeinschaft Haus der Luftsportjugend" aus einer Gruppe von Freunden des Hauses gegründet. Als erster Vorsitzender steht diesem Markus Neumeister aus Hannover vor, der oft als Gastfluglehrer in Laucha ist.

Neumeister erklärt, warum die einzige Bildungseinrichtung der Luftsportjugend auf Bundesebene vor dem Aus steht. Die Jugendbildungsstätte sei bisher von der Luftsportjugend des Deutschen Aero Clubs unterhalten worden. Mit einer Satzungsänderung beendet dieser die Trägerschaft und entzieht sich mit dieser Entscheidung einer weiteren Unterstützung des HdL ab dem 1. Januar 2013. Damit wird der Luftsportjugend die notwendige finanzielle Basis und Souveränität genommen und die Existenzgrundlage entzogen. Der Aero Club argumentiere mit einer ausreichenden Jugendarbeit in Flugvereinen und Landesverbänden. .Neumeister gibt zu bedenken, dass es dann auf Bundesebene keine Bildungseinrichtung mehr geben und kaum noch Jugendarbeit stattfinden würde. Der Verein sei der Überzeugung, dass die Basisarbeit fortgeführt werden und dass das Fliegen für jedermann bezahlbar und zugänglich bleiben müsse. Dazu benötige der Verein jedoch eine eigene Liegenschaft, eigene Gebäude und Fluggeräte.

Die Schaffung dieser Voraussetzungen würde mit dem Erwerb und Umbau des HdL beginnen. So habe der Verein bereits dem Burgenlandkreis sein Interesse bekundet, die Liegenschaft des HdL zu erwerben. Um die erforderlichen Strukturen zu schaffen, benötigt die Interessengemeinschaft nach Aussage Neumeisters jedoch eine Anschubfinanzierung. Die Betriebskosten des HdL würden weiterhin aus dem laufenden Geschäft beglichen. Mit dem Spendenkonzept 500 mal 500 versucht der Verein, fünfhundert Spender zu finden, die bereit sind, dem HdL je 500 Euro für den Erwerb, Umbau und Bau eines neuen Gebäudekomplexes zur Verfügung zu stellen, damit das Projekt wahr werden kann. Der Vereinsvorsitzende denkt dabei an Einzelpersonen, an Kommunen, Verbände, Vereine, Unternehmen.

Das Projekt sei vor zwei Wochen angelaufen. Neumeister weist darauf hin: "Scheitert das Projekt, schließt das HdL am Jahresende. Es gibt keine Alternative. Wir arbeiten jetzt unter enormen Zeitdruck." Auf 7 000 bis 9 000 Übernachtungen könne das HdL jährlich verweisen. "Wir sind eine Institution, die Leute in die Region holt. Das Geld ist eine Investition in die eigene Heimat", so Neumeister weiter.