Mansfeld-Südharz: Rummel um Rosalie

11.04.2012 20:41 Uhr | Aktualisiert 12.04.2012 23:11 Uhr
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Hochlandrind Rosalie

Hochlandrind Rosalie (FOTO: LUKASCHEK)

Von Jan-Ole Prasse
«Tiere gehen immer», lautet eine alte Journalistenweisheit. Gerade im Fernsehen und auf dem Boulevard. Aber zum richtigen «Medienstar» werden sie erst, wenn sie sich «tierisch» verhalten oder süß und niedlich aussehen. Ganz wichtig auch: Sie brauchen einen eingängigen Namen: Bruno, Knut, Yvonne.
Seeburg/MZ. 

Bei dem ausgebüxten Hochland-Rind Rosalie, das im Mansfelder Land sein Unwesen treibt, stimmen alle diese Zutaten. Und so kommt es, wie es kommen muss. Der tierische Star macht die Journalisten wild. Als am Mittwoch bei Rosalies Eigentümer Thomas Otto die Nachricht von der ersten Sichtung der Kuh in Seeburg (Mansfeld-Südharz) einging, scharten sich gerade verschiedene Medienvertreter um ihn.

Die Nachricht elektrisierte. Sofort setzte sich ein Konvoi von mehreren Fahrzeugen in Bewegung. Vornweg der Züchter, dahinter die Medienkolonne. Am "Fundort" waren dann auch prompt mehr Journalisten und Fotografen als Leute, die Rosalie hätten fangen können. Folgerichtig ging das dann auch tierisch daneben.

Zumindest wusste aber Rosalie, wie sich so ein richtiger Medienstar verhält. Brav präsentierte sie sich auf offener Flur den Fotografen, bevor sie wieder im Wald verschwand. Damit ist sie ihren Artgenossen weit voraus. In Dibbesdorf (Niedersachsen) stahl sich am Mittwoch Hochland-Rind Ferdinand von seiner Wiese. Anders als Rosalie ließ er sich aber zur Rückkehr bewegen - und das für einen lumpigen Sack Kartoffeln. Ferdinand mag es geschmeckt haben, aber Starpotenzial hat er damit nicht.