Mehrheit will Kündigung

23.05.2012 09:09 Uhr | Aktualisiert 23.05.2012 09:11 Uhr
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Von gerd stöckel
Das Unstruttal hält Eurawasser die Treue. Die Verbandsgemeinde schickt ihre Vertreter mit der Maßgabe in die heutige Sitzung des Trinkwasserverbandes, für eine Verlängerung des Vertrages mit dem privaten Partner um drei Jahre zu stimmen.
FREYBURG. 

Das beschloss Montagabend eine Arbeitsgruppe des Unstruttal-Rates. Allerdings stehen die Unstruttal-Vertreter damit ziemlich allein auf weiter Flur. Nachdem sich das Wethautal für eine Kündigung ausgesprochen hat (Tageblatt / MZ berichtete), besteht praktisch keine Chance, dass die Position des Unstruttales eine Mehrheit findet. In der Verbandsgemeinde An der Finne, deren Kündigungsabsicht bekannt war, hat sich am Montag der Hauptausschuss ebenfalls für die Kündigung ausgesprochen.

Laut Wethautal-Bürgermeisterin Kerstin Beckmann besteht an der Finne und im Wethautal die Absicht, die Anteile von Eurawasser in der GmbH an die Technischen Werke Naumburg (TWN) und die Apoldaer Trinkwasser GmbH zu übertragen, beides Unternehmen, die in kommunaler Hand liegen. Die für Saale-Unstrut tätigen Mitarbeiter von Eurawasser werde man in die GmbH übernehmen. Bei einem Einstieg von TWN würde Naumburg seine vor geraumer Zeit ausgesprochene Kündigung der Mitgliedschaft im Verband zurückziehen, was diesem den Verlust vieler Kunden ersparen würde. Zudem, so Beckmann, könnte man die Midewa ins Boot holen. Diese ist an der Fernwasserversorgung beteiligt, von der der Verband das Wasser für den Raum Freyburg bezieht. Unstruttal-Bürgermeisterin Jana Grandi hingegen argumentiert mit den Kosten, die sie auf die Kommunen zukommen sieht: Eine Abstandszahlung an Eurawasser sowie die Übernahme des Gebäudes in Freyburg und des Fuhrparks. Mit drei Millionen Euro sei da zu rechnen. Eine Übertragung der Betriebsführung auf TWN und Apolda hält Grandi für nicht so ohne Weiteres möglich. Nach ihrer Auffassung müsse öffentlich ausgeschrieben werden. Zudem sieht Grandi eine positive Entwicklung der Zusammenarbeit mit Eurawasser, die eine erhebliche Kostenreduzierung ermöglicht habe. Die stellt auch ihre Amtskollegin im Wethautal nicht in Frage. Langfristig jedoch ist Beckmann skeptisch: Eurawasser sei nun mal ein privates Unternehmen, das auf dem Markt nur bestehen kann, wenn es Gewinn macht.

Auf Ablehnung stößt die Kündigung bei Verbandsgeschäftsführer Wolfgang Müller. Auch er lobt die positive Entwicklung der Zusammenarbeit mit Eurawasser. Und Müller kritisiert: Niemand habe Zahlen vorgelegt, die zeigen, dass sich ein Wechsel zu TWN und Apolda tatsächlich lohnt.