"Allgemeine Verkehrskontrolle" hieß es am Donnerstag allerorts. (FOTO: MZ)
Statt der erlaubten 50 Kilometer pro Stunde, raste er mit Tempo 171 (!) durch die Göteburger Straße und war damit gleich 121 km / h zu schnell. "Ein Vorfall, der sicherlich vor Gericht landen und für einige Monate Fahrverbot sorgen wird", schätzte Polizeisprecher Jörg Bethmann gestern ein. Und auch von der Benzin-Ersparnis wird der Yamaha-Fahrer nicht viel haben. Mit "mehreren Hundert Euro" Strafe rechnet Bethmann.
Insgesamt zeigte sich der Polizeisprecher mit der groß angelegten Verkehrskontrolle, die Beamte der Landesbereitschaftspolizei aus Magdeburg sowie aus dem Revier Burgenlandkreis am Donnerstag im ganzen Landkreis durchführten, jedoch zufrieden. Von 6 257 kontrollierten Fahrzeugen seien lediglich 207 zu schnell unterwegs gewesen. "Wobei man erkennen konnte, dass sich unsere Aktion schnell im Kreis herumgesprochen hat", so Bethmann.
Von den Kontrollen etwas verschont wurde dabei die Saale-Unstrut-Region. Während in den Bereichen Zeitz und Weißenfels von morgens 6 Uhr bis abends 22 Uhr weit über 2 000 Fahrzeuge überprüft wurden, waren es in hiesigen Gefilden nur knapp 1 000. In Flemmingen, im Naumburger Ortsteil Henne, Am hohen Stein sowie in der Kösener Straße von Naumburg hatte sich die Polizei unter anderem postiert. Erfreulich dabei: Ermittlungen wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss musste die Polizei in keinem einzigen Fall aufnehmen. Gegen die Gurtpflicht verstießen im Bereich Naumburg hingegen 21 Fahrer, und fünf Verkehrsteilnehmer wurden mit dem Handy am Steuer erwischt.
"Die Zahl der Verkehrstoten ging 2011 im Burgenlandkreis entgegen dem Landestrend in Sachsen-Anhalt zwar leicht zurück. Doch das reicht uns nicht. Deshalb müssen diese Kontrollen sein", erklärte Jörg Bethmann die konzentrierte Aktion, der laut seiner Aussage noch mindestens drei weitere in diesem Jahr folgen werden. Bei den Reaktionen der Bürger erlebten die Polizisten, laut Bethmann, das gesamte Spektrum: "Von hoher Akzeptanz bis zu strikter Ablehnung und wohlgemeinten Ratschlägen, worum wir uns eigentlich zu kümmern hätten. Ich habe aber den Eindruck, einige fühlen sich ertappt und wollen von eigenen Persönlichkeitsdefiziten ablenken."