Als gestern Morgen gegen 7 Uhr Zimmerleute am Domplatz anrückten, um den Dachstuhl auf dem Gebäude Nummer 2 zu sanieren, war die Freiwillige Feuerwehr bereits zwei Stunden vor Ort. Vom Dachstuhl waren nur verkohlte Balken übrig, denn der hatte bereits gegen 4 Uhr lichterloh gebrannt.
Die Freiwillige Feuerwehr Naumburg war nach entsprechender Meldung der Rettungsleitstelle kurz nach vier am Domplatz eingetroffen. Ortswehrleiter René Garcarek entschied, weitere Ortswehren um Unterstützung zu bitten. Das Dach des unter Denkmalschutz stehenden Hauses, das zum großen Teil abgedeckt und mit einer Plane gesichert war, brannte lichterloh. Außerdem hatte sich das Feuer schon im zweiten Obergeschoss ausgebreitet, so Gacarek. Rund 50 Wehrleute aus Naumburg, Bad Kösen, Flemmingen, Großjena, Kleinjena, Roßbach und Großwilsdorf kämpften etliche Stunden gegen die lodernden Flammen. Verhindert werden musste auch, dass das Feuer auf die evangelische Domschule St. Martin überspringt. Bis gegen Mittag hatten die Wehrleute gestern damit zu tun, Glutnester zu bekämpfen. Gleich nach dem Feuerwehreinsatz nahm die Polizei die Ermittlungsarbeit auf. Der Verdacht der Brandstiftung steht im Raum, aber noch ist nicht bekannt, wie das Feuer entstanden ist und wer der Brandstifter war.
Eigentlich sollte das Haus bis zum kommenden Jahr vollständig saniert sein, so Domprediger Michael Bartsch. Ob der Zeitplan angesichts des nun entstandenen Schadens eingehalten werden kann, steht in den Sternen. Auch ist noch nicht ermittelt, um welche Summe sich die Sanierungsmaßnahmen erhöhen. Die evangelische Kirchengemeinde Naumburg plant, nach der Sanierung am Haus einen modernen Zweckbau zu errichten. Danach soll die evangelische Kindertagesstätte Arche Noah einziehen(wir berichteten), die derzeit ihr Domizil in der August-Bebel-Straße hat.
Für dieses Vorhaben stellen die Kirchengemeinde, der Schulverein der Grundschule und die Landeskirche 700 000 Euro zur Verfügung. Hinzu kommen Fördermittel des Landes. Ob die angesichts des beträchtlichen Schadens aufgestockt werden, ist nicht sicher.
Gestern waren Vertreter des Landesverwaltungsamtes vor Ort, um sich ein Bild zu machen. Wahrscheinlich muss das Förderpaket des Landes neu aufgelegt werden, nachdem ein entsprechendes Schadensgutachten erstellt wurde. Trotz des Schocks über den Brand ist Domprediger Bartsch erleichtert, dass das Feuer nicht auf die benachbarte Schule übergreifen konnte. "Ich bin froh, dass die Schule verschont blieb, sonst hätten wir noch wesentlich größere Probleme", so Bartsch.