Regen, Reden und roter Stein

01.06.2012 18:05 Uhr | Aktualisiert 01.06.2012 18:05 Uhr
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Mit Zebraspinne zum Erfolg: Isabel Markworth...

Mit Zebraspinne zum Erfolg: Isabel Markworth (l.) und Jasmin Riesen, beide zehn Jahre alt, nahmen die Siegerurkunde für die Arbeitsgemeinschaft Natur der Bödecker-Schule Laucha in Freyburg entgegen. (FOTO: CONSTANZE MATTHES)

Von constanze matthes
Es war schon so ein kleines Volksfest: Mit einem großen Zelt, Kuchenblechen auf den Tischen und Weingläsern, die ob voll oder leer die Runde machten. Schüler der Kreismusikschule spielten auf.
freyburg. 

Gefeiert wurde das Jubiläum eines spezielles Geburtstagskindes, das nicht in dieses Zelt passte. 20 Jahre Naturpark-Verein Saale-Unstrut-Triasland - das sind nicht nur 103 000 Hektar geschützter Lebensraum zwischen Zeitzer Forst und Geiseltalsee, zwischen Naumburg, Nebra und Freyburg, sondern vor allem Menschen.

Schauer prasselt auf's Zeltdach

"Man müsste sicherlich noch Hundert weitere Namen nennen. 20 Jahre Naturpark, das sind 20 Jahre Engagement für unsere Region. Der Dank gilt sowohl den Gründungsmitgliedern als auch allen Wegbegleitern", bemerkte Harri Reiche, Landrat und Vereinsvorsitzender. Einen Teil konnte er am Donnerstag zum Festakt am Herzoglichen Weinberg in Freyburg begrüßen. Hinzu kamen Vertreter aus Politik und Wirtschaft, von Vereinen und Verbänden, Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden. Der Beginn seiner Rede mit den Worten "Es geht los", ging indes unter aufgrund des Geprassels des lang ersehnten Regens.

Landesagrarminister Hermann Onko Aeikens (CDU) würdigte die Entwicklung des Naturparks. Er habe einen hohen Standard erreicht und sich zu einer bedeutenden länderübergreifenden Institution entwickelt, so Aeikens.

Gute Zusammenarbeit gewürdigt

"Die Gründung des Vereins war eine weitsichtige Entscheidung. Er trägt zur Stärkung des ländlichen Raumes bei und macht Natur für jedermann erlebbar." Seine Heimfahrt trat der Minister diesmal jedoch nicht mit Wein an. Er erhielt Nebraer Buntsandstein, dünn geschnitten. "Der passt gut an die Wand unseres Besprechungszimmer", bemerkte Aeikens.

Aus dem oberfränkischen Landkreis Kronach reiste hingegen Oswald Marr, der Vizepräsident des Verbandes Deutscher Naturparke, an. Der Herzogliche Weinberg in Nachbarschaft der Festgesellschaft hatte es ihm angetan. "Es ist schon einmalig, dass ein Naturpark-Verein im Besitz eines Weinberges ist. Da kann man schon neidisch sein", so Marr, der auf die Anfangsjahre der Naturparkidee in den neuen Bundesländern zurückblickte. Die Zeit von Beginn bis zum heutigen Tag zeichne sich durch eine gute Zusammenarbeit zwischen Verband und Verein aus, so Marr, der wie alle Redner, Geehrten und Gäste von bunten Schülerarbeiten umringt war, die auf dem Boden lagen oder als Girlanden das Zelt schmückten. Zehn Schulen mit 145 Kindern und Jugendlichen hatten sich am Wettbewerb "Lebendiger Weinberg - Was kreucht und fleucht" beteiligt, hatten gebastelt, gemalt, kleine Modelle gefertigt. Nun wurden die Preisträger passend zum Titel des Wettbewerbs nahe des Weinbergs geehrt. Die Siegerarbeit der Klassenstufen eins bis vier von der Arbeitsgemeinschaft Natur der Friedrich-Bödecker-Schule Laucha hing (Gott sei Dank) reglos in einer Ecke des Zeltes: eine riesige gelb-schwarze Zebraspinne mit Netz.