Ritt durch den Hexenwald

04.06.2012 09:01 Uhr | Aktualisiert 04.06.2012 09:01 Uhr
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Klaus Adolphi und Kathrin Peter begeisterten...

Klaus Adolphi und Kathrin Peter begeisterten die Zuhörer in der Freyburger Stadtkirche mit einem abwechslungsreichen Konzert. (FOTO: HANS-DIETER SPECK)

Von bärbel schmuck
Geschichtenerzähler zogen am Sonnabend ihr Publikum in ihren Bann - an einem besonderen Ort mit besonderer Musik und auserlesenen Instrumenten.
freyburg. 

Eine ganze Sammlung an Gitarren und Lauten, Flöten und Schlagwerk (Perkussion) kamen in der Freyburger Stadtkirche St. Marien zum Einsatz, wozu Klaus Adolphi und Kathrin Peter sangen.

Das Duo "Siebenschläfer" aus Halle ließ in dieser launigen reichlichen Stunde, die an eine intime Familienfeier erinnerte, Gänsehautfeeling aufkommen. Mit Liedern des Mittelalters, Songs aus Zeiten der Renaissance und der Romantik zogen beide Künstler alle Register ihres Könnens. Sie überzeugten mit Perfektion und Vielseitigkeit, nahmen die begeisterten Zuhörer mit auf eine Reise von der deutschen Geschichte quer durch die Jahrhunderte bis nach Irland und Schottland. Von romantisch bis mystisch-finster gruben die begnadeten Sänger und Instrumentalisten Geschichten von Carl Orff und William Shakespeare aus, zelebrierten sie Texte und Lieder von Theodor Storm, Joseph von Eichendorff und Clemens Brentano. Vagantenmusik der Carmina Burana erklang ebenso wie Keltik-Folk. Die Meister der Töne erweckten eine weiße Frau, die durch Schlossgemäuer geisterte, zum Leben, ließen einen verliebten alten Drachen erwachen und erinnerten mit einem furiosen Hexenritt durch den Zauberwald an Shakespeares fiesen "Macbeth". Durch faszinierende Klangbilder konnten sich die Besucher zudem ein Stück aus dem "Sommernachtstraum" des Briten vorstellen - wie barbiepuppenhafte Elfenwesen flüsternd durch die Luft schwebten.

Auch erzählten die Hallenser Düsteres aus dem Graseweg ihrer Stadt, in dem die Pest als schwarzer Tod wütete. Menschen seien im Mittelalter eingemauert worden - darüber ließ man Gras wachsen, daher der Name. "Huh, das ist ja richtig gruselig", erklärte Ingrid Schmidt nach dem Konzert. Nebenbei kam die Weißenfelserin mit Klaus Adolphi, der wortgewandt mit viel Witz durch das Programm führte, ins Gespräch und blickte zurück in ihre Jugendzeit. "Als Studentin habe ich im Graseweg gewohnt und fand die Ecke auch noch in den 60er Jahren schauerlich", blickte die Rentnerin zurück. Inzwischen seien die Häuser von dort längst verschwunden und der Name Hallmarkt allgegenwärtig.