Romanische Schätze vereint

09.08.2012 09:11 Uhr | Aktualisiert 09.08.2012 09:12 Uhr
Mit Handschuhen: Museumsleiterin Andrea Knopik hält eine kunstvolle Kopie des Bernward-Leuchters in den Händen. (FOTO: CONSTANZE MATTHES (4), MUSEUM) 
Von Constanze Matthes
Das Bauwerk allein ist schon Geschichte. Nun füllt sich auch sein Inneres damit. Romanische Steinfragmente aus dem Kloster Schaffhausen und ein eisernes Skalpell aus dem Kloster Lorsch liegen bereits unter Glas.
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Memleben. 

Das wertvollste Exponate für die kommende Sonderausstellung "Wenn der Kaiser stirbt" im Kloster Memleben ist allerdings noch gut verpackt: die Ersterwähnungsurkunde des Klosters aus dem Jahr 979, eine Leihgabe des Hessischen Staatsarchivs Marburg. "Das ist schon ein ganz spezieller Moment. Die Schau bietet nun den besten Anlass, sie hier zu präsentieren", bemerkt Museumsleiterin Andrea Knopik.

Wenige Tage vor der Eröffnung der Exposition am Sonnabend herrscht am Korrespondenzstandort zur Landesausstellung reges Treiben - wie vor jeder großen Ausstellung. Handwerker wie Tischler Matthias Schulze aus Zscherben oder Elektriker Lutz Rudolph arbeiten gemeinsam im Ausstellungsraum. Exponate müssen aufgebaut, Stellwände gerückt, Lampen angeschlossen werden. Andrea Knopik nimmt die Texte noch einmal genau unter die Lupe. Das Telefon ist im Dauereinsatz. Klar, auch Aufregung begleitet die Vorbereitungen. Denn für Memleben sei die Ausstellung ein kulturhistorischer Höhepunkt, den es in den vergangenen Jahrzehnten nicht gegeben habe, meint Götz Ulrich, Verbandsgemeindebürgermeister und Vorstand der Kloster-Stiftung. Die Zahl der erhofften Besucher mag er indes nicht konkret benennen. "Wir hoffen auf unsere Chance, dass wir trotz der Entfernung zu Magdeburg gemeinsam mit den weiteren Korrespondenzstandorten Wallhausen und Tilleda zusammenwirken", so Ulrich. Neben kulturinteressierten Individualtouristen werden Reisegruppen erwartet. Mit dem bekannten Reiseunternehmen Studiosus hat man einen Partner gewinnen können. Familien bilden eine weitere Zielgruppe. Denn vielfältig möchte sich das Museum präsentieren, verspricht Andrea Knopik: "Es wird keine reine Tafelausstellung mit langen Texten." Im Schauraum werden Filme gezeigt, es gibt einige Hörstationen, sogar eine Geruchsstation und sogenannte Erlebnispunkte, wie jene Bußwaage, mit der die Sünden abgewogen werden können. Eine CD mit Texten und Fotos wird zum Kauf angeboten.

Rund 188 000 Euro flossen in die Exposition. Das Land gab mehr als die Hälfte hinzu (Tageblatt / MZ berichtete). Neben baulichen Maßnahmen am Ausstellungssaal, dem Dormitorium, wurde in Sicherheit und Klimatechnik investiert. In der "Schatzkammer" werden auf die Exponate abgestimmte Bedingungen herrschen. Die mittelalterlichen Stücke brauchen besonderen Schutz, der auch nachgewiesen werden muss. "Nur so konnten wir die Leihgaben bekommen", erklärt der Stiftungsvorstand. Zwei große Themen soll die Schau veranschaulichen: sowohl das Sterben im Mittelalter als auch die Geschichte von Memleben als Kaiserpfalz und bedeutsamer Ort während der Ottonenzeit. "Ich denke, dass das hierzulande noch nicht so bekannt ist. Es wäre deshalb schön, wenn auch die hiesige Bevölkerung die Chance eines Besuches nutzt und erkennt, welchen historischen Schatz wir hier haben", betont Ulrich.