Schreie aus der Straßenbahn

06.05.2012 17:59 Uhr
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Im Krankenhaus auf der Vogelwiese werden die...

Im Krankenhaus auf der Vogelwiese werden die Verletzten versorgt. (FOTO: MZ)

Von michael heise
Sonnabend, 10.30 Uhr, in Naumburg: Die Straßenbahn stößt mit einem Pkw zusammen. Die Folgen sind verheerend, von den 30 Insassen, alles Kinder, sind viele schwer verletzt, manche ringen um ihr Leben. Ein Massenunfall - Maik Horn vom DRK-Rettungsdienst und Notarzt Jörg Kaufmann, die wenige Minuten später am Unfallort eintreffen, bleibt nur, umgehend weitere Hilfe anzufordern und die Situation so gut es geht unter Kontrolle zu bringen. Mehr können sie nicht tun.
naumburg. 

Sonnabend, 10.30 Uhr, in Naumburg: Die Straßenbahn stößt mit einem Pkw zusammen. Die Folgen sind verheerend, von den 30 Insassen, alles Kinder, sind viele schwer verletzt, manche ringen um ihr Leben. Ein Massenunfall - Maik Horn vom DRK-Rettungsdienst und Notarzt Jörg Kaufmann, die wenige Minuten später am Unfallort eintreffen, bleibt nur, umgehend weitere Hilfe anzufordern und die Situation so gut es geht unter Kontrolle zu bringen. Mehr können sie nicht tun.

Die Szenerie ist beängstigend, glücklicherweise aber nur eine Übung für die Rettungsbereitschaften des DRK aus ganz Sachsen-Anhalt, die am Wochenende ihren Landesausbildungstag in Naumburg durchgeführt haben (siehe "Aktionstag"). Für Ehrenamtliche und Hauptberufliche ist dabei ein Unfall wie dieser die Probe aufs Exempel. Denn eine Zusammenarbeit kann selten geübt werden, ist im Notfall aber das A und O. "Ich brauche dringend weitere Einsatzkräfte", alarmiert Maik Horn die Rettungsleitstelle, während Notarzt Jörg Kaufmann in der Straßenbahn die Verunglückten sichtet und in die Kategorien Grün, Gelb und Rot einordnet, wobei in letztere die Schwerverletzten gehören. Von ihnen werden acht gezählt, ihnen soll zuerst medizinische Hilfe zuteil werden. Die aber muss warten, bis die ersten Einsatzfahrzeuge des DRK eintreffen. Aufgabe von Horn und Kaufmann ist es bis dahin, die Vorbereitungen dafür zu treffen. Den Verunglückten werden Schilder umgehängt, darauf ausgewiesen die entsprechende Kategorie. Dann treffen die Rettungswagen ein, die Verletzten werden aus der Bahn geholt, in Gruppen "sortiert" und erstversorgt. Für die Kategorie Rot folgt der schnelle Abtransport ins Krankenhaus, in diesem Falle auf der Vogelwiese. Auch das Handling dort ist Teil der Übung.

Am Ende steht ein positives Resümee. Stefan Kutz, stellvertretender Landesbereitschaftsleiter: "Die Übung hat gezeigt, dass Hauptberufliche und Ehrenamtliche routiniert einen Ernstfall bewältigen können. Besser, als es zu erwarten war, da es solche Möglichkeiten kaum gibt und sich die Beteiligten meist noch nie gegenüber gestanden haben." Für Naumburg jedenfalls war der Ausbildungstag eine Premiere, und das DRK ist voll des Lobes. Hubert Mathie, Rettungsdienst-Einsatzleiter: "Wir sind mit unserem Anliegen sofort auf offene Ohren gestoßen. Das ist woanders nicht immer so."