Mit in der Statistik: Schafe (FOTO: ARCHIV)
Jeden Tag ziehen drei Sachsen-Anhalter ins Ausland, 27 Ehen werden geschlossen (und 13 geschieden), acht Unternehmen melden Insolvenz an und 47 Kinder werden geboren. Wer solche Zahlen für die letzten 20 Jahre ermittelt, muss viel Zeit haben - könnte man denken. Doch die Themen für die 250 Statistiken, die das Statistische Landesamt im Jahr erstellt, suchen sich die 220 Mitarbeiter nicht aus. "Alles ist per Gesetz vorgeschrieben", erklärt Präsident Manfred Scherschinski, dessen Behörde jetzt 20-jähriges Bestehen feiert.
"Anfangs hat auch die Politik nichts auf solche Statistiken gegeben", erinnert sich der Chef. Das hat sich geändert, schließlich hängt an den Zahlen viel Geld - wie EU-Förder-Millionen für die Landwirtschaft. Darüber, dass sich seine Mitarbeiter einmal bei den Schafen "übel verrechnet haben", kann der Präsident heute schmunzeln. 120 000 Tiere hatte das Amt ermittelt, die Züchter kamen auf 220 000 Tiere. Ärgerlich, denn "bei jedem Mutterschaf geht es um 200 Euro". Grundsätzlich bescheinigt Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) Scherschinski aber "hervorragende Arbeit" - und Humor bei der Präsentation seiner Zahlen. Wie bei den Kühen. "An jeder Kuh im Land hängen zwei Kisten Bier und sechs zusätzliche Flaschen", rechnet der Präsident die tägliche Milchleistung von 23 Litern auf seine Art vor.
Er selbst sei aber ein kleines Licht, kokettiert der Chef. Der Anteil seines Amtes am Etat des Innenministeriums betrage nur ein Prozent. Dafür, verspricht der Minister im Gegenzug, werde er nicht gekürzt.