Anna-Dorothea Schmidt mit den afrikanischen Gästen Michael Mkinywa (links) und Batista Lyandala in Naumburg. (FOTO: HANS-DIETER SPECK)
Seine Schule verfügt gerade einmal über zehn kürzlich gespendete Computer. Die Klassen sind überfüllt. Insgesamt 501 Schüler teilen sich vier Klassenräume.
Partnerschaft seit dem Jahr 2006
Direktor Batista Lyandala, der Headmaster der Schule aus Bomalang'ombe im südlichen Hochland von Tansania ist seit dem 1. Juni Gast in Naumburg und mit ihm Michael Mkinywa, ein Theologe, der auch Mathematik und Physik studiert hat und derzeit ein Management-Studium absolviert (Tageblatt / MZ berichtete). Eingeladen für vier Wochen hat sie der evangelische Kirchenkreis Naumburg-Zeitz, der seit 2006 eine Partnerschaft mit der 2002 gegründeten Schule unterhält.
Ziel ist Einrichtung der Abiturstufe
Diese, mit einer hiesigen Sekundarschule vergleichbar, ist die zweitbeste unter den sieben kircheneigenen Schulen in der evangelischen Diözese Iringa mit der Hauptstadt Dodoma. Darauf ist Direktor Lyandala besonders stolz. Und er hat weitergehende Pläne. Sein großes Ziel ist die Einrichtung einer Abiturstufe an seiner Schule.
Doch die Schule - so berichten die afrikanischen Gäste - bekommt weder vom Staat, noch von der Kirche finanzielle Unterstützung. Sie lebt allein vom Schulgeld und von der Unterstützung durch den Kirchenkreis sowie durch eine Gemeinde in den USA. Dank der Hilfe vieler Menschen, die 7 000 Euro dafür sammelten, ist die Schule mit Lehrbüchern jetzt gut ausgerüstet. "Dafür", sagt der Direktor, "sind wir sehr, sehr dankbar." Es fehlen noch Gebäude, aber auch Betten für die Mädchen und Jungen, die in der Schule auch übernachten, weil die Heimwege viel zu weit sind. Drei Schüler müssen sich derzeit ein Bett teilen. Die Naumburger Anna-Dorothea und Peter Schmidt, die bereits drei Mal in Bomalang'ombe waren, sind die Bezugspersonen für die tansanischen Gäste. "Glücklicherweise steht eine Wohnung über unserer leer, der Hausbesitzer war einverstanden, so konnten die Beiden dort während ihres Aufenthaltes in Deutschland einziehen", freuen sich die Schmidts.
Umfangreiches Besuchsprogramm
Dicht gedrängt ist das Besuchsprogramm. Hospitationen in Bildungseinrichtungen, wie in der Freien Schule und in der Evangelischen Domschule, in der Landesschule Pforta, im evangelischen Kindergarten Almrich gehörten da ebenso dazu, wie die von Konzerten und Orchesterproben im Dom und in der Zeitzer Stephanskirche, um nur einiges zu nennen. Die Tansanier wurden vom Naumburger Oberbürgermeister Bernward Küper empfangen, fuhren zu den Lutherstätten nach Wittenberg und besuchten Dresden. Eingeladen waren sie bei Gemeindegliedern und zu regionalen Kirchentagen, nahmen an Gottesdiensten teil und waren Gäste von Veranstaltungen in den Gemeinden des Kirchenkreises. Was ihnen auffiel, sind die wenigen Kinder in den Familien, oft gar keine. Etliche junge Ehepaare, hat Michael Mkinywa ausgemacht, haben Hund oder Katze.
Bislang bereits 54 Patenschaften
"Bisher gibt es im Kirchenkreis 54 Schülerpatenschaften", sagt Anna-Dorothea Schmidt. "Aber in Bomalang'ombe hoffen noch immer viele sehr arme, aber lernwillige Schüler auf Hilfe. Für uns Europäer ist eine Zahlung von 250 Euro einmal im Jahr keine so unüberwindliche Hürde wie für viele der tansanischen Eltern." Deshalb wird weiter geworben. Und wenn die beiden Tansanier am 1. Juli wieder nach Hause fahren, bleibt auch eine Einladung an die Naumburger zurück. "Im September", so Frau Schmidt, "planen wir, wieder zu unserer Patenschule zu fahren und die Schüler zu besuchen."